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Fünf Fragen an Anke Stopperich – ein Gespräch mit der Locationagentur BESONDERE ORTE #WertePionier

Schon im Namen der Berliner Locationagentur BESONDERE ORTE steckt, was Kunden erwarten können: Sechs außergewöhnliche Veranstaltungsorte für nahezu jedes Eventformat mitten in Berlin. Vom Industriedenkmal über eine mehr als 100 Jahre alte Kirche bis hin zur Location auf einem der schönsten Plätze der Hauptstadt, dem Berliner Gendarmenmarkt. „Wir machen das!“ ist nicht nur Credo des Unternehmens sondern auch Erfolgsgarant. Wie sich Werte auf Prozesse im Unternehmen und im Umgang miteinander und auf Ressourcen auswirken, darüber gibt Anke Stopperich (Prokuristin des Unternehmens), auf fünf Fragen Antworten. 

 

Frage: Wie Sie sagten, haben Sie sich bei den BESONDEREN ORTEN  schon mit Wertefragen beschäftigt, bevor Sie mit dem Wertekodex in Berührung kamen. Nach innen über das gemeinsam mit den Mitarbeitenden entwickelte Leitbild, nach außen in Ihrem Engagement im Rahmen von Berliner  Branchennetzwerken wie dem visit Berlin Convention Partner e.V. oder Meet Berlin. Wie hilft Ihnen das bei den Abläufen?

Anke Stopperich: Was die Arbeit mit Werten auszeichnet ist ja, dass sie nie abgeschlossen ist. Einmal formulierte Werte müssen stetig mit Leben gefüllt werden. Unser Leitbild haben wir als kleines Unternehmen mit nicht einmal zehn Mitarbeitern entwickelt. Heute mit fast 50 Beschäftigten haben die damals formulierten Werte nach wie vor Bedeutung. Gerade beim Recruiting erfahren wir eine große Resonanz auf unsere im Leitbild formulierten Werte. Und für die Arbeit mit Partnern gilt ebenfalls, was wir damals formuliert haben: Intensive und effektive Kommunikation ist für die Zusammenarbeit essentiell. Der Austausch im Netzwerk – auch mit Mitbewerbern – ist für beide Seiten gewinnbringend: „Könnt ihr einen Grafiker empfehlen.“ „Wie strukturiert ihr bestimmte Prozesse?“

Frage: Ein wichtiger Aspekt des Wertekodex ist Mut, ohne den unternehmerisches Handeln ja nicht möglich ist. Wäre es Ihnen möglich kurz zu schildern, was hier die Klippen sind, die es zu umschiffen gilt?

Anke Stopperich: Wir haben uns in den letzten 16 Jahren vom Betreiber einer einzelnen Location in Berlin zur Locationagentur mit nunmehr sechs Orten entwickelt. Ein wachsendes Unternehmen bringt seine eigenen Herausforderungen mit sich: Strukturen und Abläufe müssen sich verändern. Die Kommunikation ist eine andere, wenn ein Teil des Teams an einem anderen Standort arbeitet. In Bezug auf unsere Werte bedeutet das, (neuen) Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stetig zu vermitteln was uns wichtig ist. Insofern folgt auf den Mut zu wachsen, immer die Arbeit im Kleinen, an den Details, um unternehmerische Entscheidungen zukunftsfähig umzusetzen.

Frage:  Zuverlässigkeit ist in der Eventbranche schon etwas, was hier noch wichtiger ist als anderswo, weil vieles nicht schriftlich fixiert wird. Gerade bei Veranstaltungen mit sehr vielen Teilnehmern ist das etwas, worauf es ankommt, wenn es gelingen soll. Was sind für Vorkehrungen zu treffen, dass dies gelingt?

Anke Stopperich: Wir arbeiten mit vielen langjährigen und verantwortungsbewussten Partnern zusammen, auf die wir uns verlassen können und umgekehrt genauso. Und was den Aspekt der Sicherheit auf Veranstaltungen anbelangt: Die BESONDEREN ORTE sind seit 2012 nach EMAS zertifiziert – als erste Eventlocations in Deutschland. EMAS gilt als das weltweit anspruchsvollste Umweltmanagementsystem. Dabei spielt nicht nur die Verbesserung der unternehmerischen Umweltleistung eine Rolle. Auch in punkto Sicherheit werden wir dabei von einem unabhängigen Auditor regelmäßig auf Herz und Niere geprüft. Das geht von der Sicherheit unserer technischen Anlagen über die Prüfung von Bestuhlungsplänen und Fluchtwegen bis zur regelmäßigen Schulung unserer Mitarbeiter.

Frage: Im Wertekodex ist von Weitsicht die Rede. Stellt das besondere Herausforderungen an Ihr Unternehmen?

Anke Stopperich: Weitsicht bedeutet einerseits über den Tellerrand zu schauen und andererseits, dem Nachhaltigkeitsgedanken folgend, so zu handeln, dass  auch künftige Generationen ihren Lebensstil frei wählen können. In Bezug auf Letzteres ist unser früher Fokus auf Nachhaltigkeit und CSR, nämlich seit Gründung unseres Unternehmens, im Nachhinein sicher als weitsichtig zu bezeichnen. Gleichzeitig sind wir auch in diesem Punkt immer auf der Reise, Stehenbleiben ist keine Option. Sowohl die Mitarbeitenden als auch wir als Geschäftsleitung entwickeln uns stetig und wachsen an den Herausforderungen, die veränderte Rahmenbedingungen und Anforderungen mit sich bringen. Wir haben eine große Offenheit für neue Impulse und Ideen, deren Umsetzung ist zum Teil kurzfristig aber immer weitsichtig gedacht!

Frage: Gelegentlich heißt es, Werte seien Luxus und das Streben, eine ordentliche Kauffrau zu sein, halte den Realitäten nicht stand, was ist zu tun, um diesen Tendenzen Einhalt zu gebieten?

Anke Stopperich: Unternehmerisches Handeln ohne Werte kann nicht gelingen. Die Werte eines Unternehmens sind die Grundlage für die Zusammenarbeit mit Partnern und Kunden, sie sind der Schmierstoff, der die Organisation zusammenhält. Hier schließt sich der Kreis zu dem, was ich eingangs erwähnte. Auch Werte unterliegen einer Entwicklung. Anfang des Jahres haben wir uns erneut mit unseren Werten, vor allem aus der Sicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, beschäftigt. Dabei wurden zwar keine gänzlich neuen Werte formuliert aber es fand eine Verschiebung der Prioritäten statt. Ein Beispiel: Seit Unternehmensgründung haben wir uns Ziele für mehr Nachhaltigkeit bei Veranstaltungen gesteckt und in diesem Bereich sehr viel erreicht. Insofern ist es logisch, dass der Wert „Wir denken, arbeiten und handeln umweltbewusst und nachhaltig“ etwas weiter nach hinten gerückt ist, während der Wert einer offenen, authentischen Kommunikationskultur ganz vorne steht.

Bildquelle: https://besondere-orte.com/


Ein Interview von Philipp Maas.

Mehr Informationen zu unserem #WertePionier, dem Filmpark Babelsberg hier.

 

 

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Fünf Fragen an Helena Videtic – ein Gespräch mit der Managerin des Switzerland Convention & Incentive Bureau #WertePionier

Congresse und Meetings haben in der Schweiz eine lange, erfolgreiche Geschichte und das Switzerland Convention & Incentive Bureau (SCIB) ist ein maßgeblicher Teil davon. Als Non-Profit-Organisation unter dem Dach von Schweiz Tourismus unterstützt SCIB seit 1964 erfolgreich Veranstaltungs- und Incentiveorganisatoren aus Firmen, Verbänden, Agenturen bei der Analyse, Planung und Organisation von Anlässen und bei der Kandidatur für internationale Kongressen. SCIB verfügt über die richtigen Kontakte und besitzt die nötige Portion Leidenschaft, um individuelle Lösungen für außergewöhnliche Veranstaltungen zu finden. SCIB ist weltweit in verschiedenen Märkten präsent. Die Unterstützung deutscher und österreichischer Planer erfolgt aus Frankfurt am Main. Helena Videtic, Managerin Germany & Austria, stand uns zu einem Gespräch über den Wertekodex zur Verfügung.

Frage: Wie Sie sagten, haben Sie einen Pool von zehn Ländern geschaffen, in dem Sie  vertrauensvoll zusammenarbeiten, wo man für Conventions und Incentives steht. Vertrauensvoll heißt nicht, dass man den Wettbewerb ausschaltet. Sie sehen das auch als Beispiel für einen ehrlichen Umgang miteinander. Könnte das auch  Anregung für andere sein? 

Helena Videtic: Auf jeden Fall, es heißt ja im Volksmund nicht umsonst: „Konkurrenz belebt das  Geschäft“. Unter dem Namen Destinations Circle haben sich Vertreter wichtiger Event-Destinationen aus Europa, Südamerika, Asien, Afrika und dem Mittleren  Osten in Deutschland zusammengeschlossen, um gemeinsam die vielfältigen Möglichkeiten und Vorteile der direkten Zusammenarbeit mit Convention Bureaus  bzw. Tourist Boards (sog. NTOs) herauszustellen. Dies ist auch die Botschaft an  unsere Kunden. In der doch sehr überschaubaren MICE Welt Deutschland treffen wir  uns zum regelmässigen Austausch, 1x Jahr führen wir gemeinsam ein Sommerfest  durch und laden wichtige Marktplayer und Kunden dazu ein. Dies für mich ein  gelungenes Beispiel, dass man als Konkurrenten auch miteinander arbeiten kann.

Frage: Ein wichtiger Aspekt des Wertekodex ist Mut. Wäre es Ihnen möglich kurz zu schildern, wie Sie das in Bezug auf ihre Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter sehen? 

Helena Videtic: Mut bedeutet für mich, seine eigene Komfortzone zu verlassen, neues  auszuprobieren und sich auch mal auf eine unsichere Situationen einzulassen. Schweiz Tourismus nimmt sich diesen Aspekt besonders in einer touristischen Kommunikation zu Herzen. Hier wird gerne überraschend, erfrischend und eben mutig kommuniziert. Immer mit einem kleinen Augenzwinkern: ein Beispiel https://www.youtube.com/watch?v=2AApP13LGcE  Auch im Leitbild und in der Vision hat der Wert „Mut“ einen ganz besonderen Stellenwert.

Frage: Zuverlässigkeit ist schon einmal etwas, was den Schweizern grundsätzlich  nachgesagt wird. Gerade bei Veranstaltungen mit sehr vielen Teilnehmern ist das etwas, worauf es ankommt, wenn es gelingen soll. Was sind für Vorkehrungen zu treffen, dass dies immer gelingt? 

Helena Videtic: Glücklicherweise ist das Thema „Zuverlässigkeit“ in der Tat eine Tugend der  Schweiz und Schweizer. Für mich hängt dies einerseits ganz klar vom Briefing des Auftragsgebers und dem Zuhören & Verständnis des Dienstleisters ab. Es ist unumgänglich, dass eine gemeinsame Sprache (im übertragenen Sinne) gesprochen wird. Vertrauen von beiden Seiten! Letzten Endes kann man  „Zuverlässigkeit“ aber nicht lernen, das ist eine Eigenschaft, die man (auch ein Unternehmen) hat und lebt oder eben nicht und die m.E. nach der Grundstein einer jeder Zusammenarbeit ist.

Frage: Sie veranstalten ja nicht selbst, sondern stellen den Kontakt her. Im Wertekodex ist von Weitsicht die Rede. Stellt das besondere Herausforderungen an Ihr Unternehmen? 

Helena Videtic: Wir machen als Schweiz Tourismus natürlich auch selber Veranstaltungen, z.B. für unsere Kunden oder auch für Pressevertreter. Grundsätzlich: „Weitsicht“ bedeutet für mich, mögliche Risiken oder Probleme bereits im Vorfeld zu identifizieren und aus dem Weg zu räumen, damit solche Probleme gar nicht  erst entstehen, hier kommt dann das klassische kaufmännische „Risk Management“ zum Tragen. In Hinblick auf unsere Tätigkeit mit Kunden aus Deutschland und Leistungsträger in den Destinationen geht mit dem Begriff „Weitsicht“ für mich ganz klar das Thema Vertrauen und Ehrlichkeit Hand in Hand. Dies stellt alle Stakeholder vor die gleichen Herausforderungen: ein Leistungsträger (z.B. eine Location oder ein  Hotel) kann keine Gedanken lesen, ein detailiertes Briefing und natürlich ehrliche und offene Worte ist immer unabdingbar.

Frage: Gelegentlich heißt es, Werte seien Luxus und das Streben, eine ordentliche Kauffrau zu sein, halte den Realitäten nicht stand, was ist zu tun, um diesen Tendenzen Einhalt zu gebieten? 

Helena Videtic: Für mich sind Werte im Business kein Luxus, sondern eine Selbstverständlichkeit. Mir ist bewusst, dass man mit einer solchen Einstellung durchaus auch auf die Nase fallen kann und auch wird.  Aber für mich ist auch ganz klar, dass ich keine Geschäftsbeziehung aufrecht erhalten möchte, die nicht auf Werten wie Vertrauen, Ehrlichkeit und Loyalität aufgebaut ist. Hier kommt das Stichwort „Nachhaltigkeit“ wieder auf. Die kulturellen Werte-Unterschiede sind teilweise wirklich frappierend, auch in unserer Branche: während sich Veranstaltungsplaner und Branchenteilnehmer in Deutschland und Europa ganz oft mit dem Thema „No Shows“ auseinandersetzen müssen, bemerken wir gleichzeitig, dass dies in den asiatischen Märkten so gut wie gar nicht vorkommt und vor allem gar kein „daily“ Thema ist. Daher komme ich zum Schluss: ein Wertekodex ist auf jeden Fall eine feine Sache, denn Leitplanken helfen, nicht von der Spur abzukommen.

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Fünf Fragen an Alexander R. Petsch – ein Gespräch mit dem Chef von børding Messe #WertePionier

børding messe ist Veranstalter etablierter Fachmessen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Aufgrund der langjährigen Messeerfahrung in verschiedenen Bereichen wie u.a. Personalwesen, Online-Marketing, Arbeitssicherheit, MICE und Business Travel können Besucher und Aussteller auf einen engagierten und professionellen Messeveranstalter zählen. Als reine Fachmessen konzentrieren sich Messen von børding auf das Wesentliche: Fachbesucher mit Entscheidungs-kompetenz treffen auf erstklassige Aussteller, erleben neueste Branchentrends und nehmen hochaktuelles Fachwissen mit. Alexander R. Petsch, Chef der børding messe GmbH & Co. KG  in Mannheim stand uns für ein Gespräch zur Verfügung.

Frage:  Werte im Blick zu halten in einer Zeit, in der postfaktisch Mode geworden ist, ist sicher nicht ganz einfach, aber Sie haben ein Unternehmen, das sehr kundenorientiert ist. Ehrlichkeit steht an der Spitze der Wertekodexpyramide. Denken Sie, dass dies Zufall ist?

Alexander R. Petsch: Nein, das ist kein Zufall. Ehrlichkeit und Verlässlichkeit sind die Grundlagen für einen nachhaltigen Geschäftserfolg. „Ehrlich währt am längsten“ – so wurde es mir schon von klein auf vermittelt. Und außerdem: „Wer sich nicht alles merken kann, bleibt besser ehrlich.“

Frage: Sie haben ein Unternehmen das aktuell bis zu 20 Fachmessen im Jahr organisiert, und sie stehen im Wettbewerb mit anderen Unternehmen. Sie sind erfolgreich, weil sie es etwas anders machen als der Wettbewerb, auch hier spielen die Dinge eine gewisse Rolle die im Wertekodex verankert sind. Können sie uns sagen, was das Wichtigste ist?

Alexander R. Petsch: Loyalität und Ehrlichkeit gegenüber Kunden und Partnern. Wer auch in schwierigen Zeiten zusammenhält, kann langfristig auf eine gesunde unternehmerische Bilanz blicken. Durch die Treue und Zuverlässigkeit gegenüber Geschäftspartner entstehen zudem oft neue Ideen. Das gilt ebenso für die eigenen Mitarbeiter. børding setzt sich aus einem Mix von vielen jungen Talenten und erfahrenen Kollegen zusammen. Diese Mischung spiegelt sich in den Werten wieder, die jeder Mitarbeitende in der ihm eigenen Ausprägung einbringt. Sei es jetzt der Mut, in einer brenzligen Situation eine Entscheidung zu treffen oder die Ehrlichkeit, zu gemachten Fehlern zu stehen.

Frage: Bei aller Liebe zur Kunst, ist sie doch mit Mühen verbunden. Was denken Sie, welches der Postulate: Ehrlichkeit, Loyalität, Mut, Respekt, Weitsicht, Verantwortung und Zuverlässigkeit und das gegenüber Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und dem Wettbewerb ist in ihrem Geschäft am schwierigsten durchzuhalten?

Alexander R. Petsch: Wenn ich mich entscheiden muss: Weitsicht. Auch wir als Messeveranstalter, der viel mit der Zukunft verschiedener Branchen zu tun hat, können nicht um die nächste Ecke schauen. Disruptive Geschäftsmodelle werfen mit rasanter Geschwindigkeit alte Grundsätze über den Haufen. Aber je digitaler die Welt wird, desto mehr braucht eine Branche auch ein Leuchtturm oder ein Lagerfeuer, an dem man sich persönlich trifft. Hier entstehen Geschäftsideen und Kontakte, die tausende virtuelle „Freunde“ nur schwer übertreffen können.

Frage: Werte sind ja etwas Besonderes in unserer jetzigen Zeit, die von Egoismen geprägt ist. Wie sind Sie eigentlich mit dem Themenkreis in Berührung gekommen?

Alexander R. Petsch: Vor etwa 15 Jahren, bei den ersten Workshops meiner Führungskräfte. Diese werden noch heute durchgeführt. Andererseits finden wir die öffentliche Plattform der WerteFoundation sehr ansprechend, die handfest und nachvollziehbar die Schlüsselwerte aufzeigt. Der damit verbundene Leitfaden und die Handlungsempfehlungen helfen dabei, die Werte zu verankern. Wenn ich weiß, wo ich herkomme, wo ich hin will und wofür ich stehe gibt mir das die nötige Orientierung, um die eigene Zukunft selbstbestimmt zu gestalten.

Frage:  Gelegentlich heißt es, Werte seien Luxus und das Streben, eine ordentliche Kaufmann zu sein, halte den Realitäten nicht stand, was ist zu tun, um diesen Tendenzen Einhalt zu gebieten?

Alexander R. Petsch: In Ruhe abwarten und zu seinen Werten stehen. Die Zeit wird das Ergebnis deutlich machen, alles andere ist Strohfeuer. Es ist immer einfach das Tafelsilber für einen kurzfristigen Erfolg zu „verfrühstücken.“

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Fünf Fragen an Florian Schröder – ein Gespräch mit dem Chef des Beach Hamburg #WertePionier

Ein Strand mitten in der Stadt? Ja, so etwas gibt es in Hamburg. Die Idee wurde vor etwa zehn Jahren aus Berlin importiert und Florian Schröder setzte sie in der Hansestadt um, eine Eventlocation, wie sie selten zu finden ist. Die Illusion, am Strand zu sein, wird perfekt inszeniert, und da der Sand vom Fußboden her auf  Wohlfühltemperatur gehalten wird, ist auch im Winter für Karibikfeeling gesorgt. Dem Vergnügen steht nichts im Weg und auch dem Sport nicht, denn es gibt ausreichend Beachvolleyplätzte für jedes Leistungsspektrum. Florian Schröder stand uns für ein Gespräch zum Wertekatalog zur Verfügung.

Frage: Werte sind in einer Zeit, in der oft rücksichtslos vorgegangen wird, auch  im eigenen Interesse wichtig. Von den sieben im Kodex gelisteten steht  Ehrlichkeit an der Spitze und die anderen bedingen mehr oder weniger einander,  was hat sie daran fasziniert, dass Sie sich so eindeutig dazu bekennen?

Florian Schröder: Ich musste mich zu dem Thema Werte 2.0 nicht erst durchringen bzw. konnte und  wollte mich gleich dazu bekennen, da sich die Inhalte sehr mit meiner Einstellung und Haltung zum Leben decken und wir die benannten Werte auch in  unserem Unternehmen vorher schon gelebt haben und als Basis eines weitsichtigen oder nachhaltigen Handelns sehen. So vermeintlich einfache Sprüche wie „Du kriegst im Leben was Du gibst” oder „Man sieht sich im Leben immer zweimal” sind für mich und unser Team am Strand dann eben doch mehr als nur Sprüche und bieten uns so gute Richtungsweiser für unser  Handeln. Die Werte der Werte 2.0 Kultur, die an sich ja gar nicht neu sind, sind  dann eher zwangsläufige Resultate daraus.

Frage: Nehmen wir den Aspekt Loyalität einmal heraus. Gegenüber den Mitarbeitern   könnte es schon mal zum Konflikt kommen, wenn nicht zu beeinflussende   Ereignisse, wie z.B. Krankheit der Person oder eines ihr Nahestehenden sich   mit betrieblichen Erfordernissen nicht in Einklang bringen lassen. Wie gehen  Sie dann vor?

Florian Schröder: Natürlich sind auch wir nicht davor gefeit, uns zu ärgern, wenn jemand zu einem ungünstigen Moment ausfällt, aber das sind – wenn es überhaupt vorkommt – nur kurze  Momente. Da hilft uns, sich in die Lage des anderen zu versetzen und schon ist der Ärger vom Tisch. Davon abgesehen kümmern wir uns in unserem Unternehmen viel um die Mitarbeiter bzw. kümmern die sich untereinander auch umeinander, so dass  wir das Glück haben in einem sehr loyalen Team zu arbeiten, das zum einen Ausfälle super abpuffert und in dem zum anderen die Gesundheit des einzelnen wichtiger ist als vielleicht mal für jemanden ’ne Stunde länger zu arbeiten oder  ’ne Aufgabe mit zu übernehmen. Klar ist aber in jedem Fall, dass wir zu dem  Kollegen bzw. Mitarbeiter stehen und Ihn oder Sie in schwierigen Phasen  unterstützen.

Frage: Wenn wir schon bei der Loyalität sind. Sie ist manchmal schwierig  durchzuhalten, wenn der Partner (Lieferant) das nötige Equipment nicht liefern  kann, für ein Event, das zu veranstalten ist. Was ist  zu tun?

Florian Schröder: Hier hatten wir zum Beispiel das Erlebnis, dass unser Technikpartner aus unseren Anfängen nicht mit uns mitgewachsen ist und immer mehr Aufträge nicht umsetzen  konnte. in solchen Fällen gehen wir offen in die Kommunikation mit dem Partner /  Lieferanten, so dass dieser zumindest weiß, wenn wir uns gezwungen sehen  Aufträge anderweitig zu vergeben und schauen gleichzeitig, an welcher Stelle man  den vertrauten Partner / Lieferanten vielleicht trotzdem noch beauftragen kann.

Frage: Sie haben das Unternehmen in Hamburg von der ersten Stunde an begleitet. Und  wenn man rund über das Jahr so viele Besucher hat und zwar der verschiedensten  Art, von der Kaffeetafel über den Kindergeburtstag, Hochleistungssportlern bis zum Großereignis mit mehr als 1 500 Gästen, haben sie viele zufriedene, aber  auch gelegentlich unzufriedene Kundschaft. Wie gehen Sie damit um?

Florian Schröder: Zu der Frage fallen mir verschiedene Aspekte ein. Zum einen ist uns die  Kundenzufriedenheit wichtiger als der Gewinn, was sich für mich aus der Idee  ergibt, nachhaltig und weitsichtig zu Handeln. Das heisst natürlich nicht, dass  wir hier alles verschenken um die Kunden glücklich zu machen. Das schaffen wir zum Glück in 99% aller Fälle mit unserer Leistung. Das sage ich um die Einstellung bei Beschwerden zu zeigen. Beschwerden und Rückmeldungen werden  ernst genommen und ganz bewusst lassen wir denjenigen im ersten Schritt hören und spüren, dass wir Ihn verstanden haben und ernst nehmen. Im zweiten Schritt geht es dann darum das Problem zu lösen, was dann aber in der  Regel schon in einem sehr angenehmen Umfeld passieren kann. Das betrifft gar  nicht nur Kunden, sondern zum Beispiel auch unsere Nachbarn, mit denen wir kein Geld verdienen, die wir aber gelegentlich durch unseren Betrieb stören. Hier haben wir nach Gesprächen zum Beispiel in besonders leise Hubwägen investiert  oder haben unsere Tore gedämpft, so dass die beim Schließen nicht knallen und so weiter…

Frage: Gelegentlich heißt es, Werte seien Luxus und das Streben, ein ordentlicher   Kaufmann zu sein, halte den Realitäten nicht stand, was ist zu tun, um diesen  Tendenzen Einhalt zu gebieten?

Florian Schröder: Das ist eine schwierige Frage, die sich – glaube ich – weder leicht noch schnell  beantworten bzw. lösen lässt. Ich würde mir wünschen, dass der WerteKodex 2.0  erfolgreich wird und so über die Jahre eine Sogwirkung entsteht und Menschen und Firmen sehen,  dass korrektes Verhalten sich auf lange Sicht auszahlt, mal davon abgesehen, dass es auch Spaß macht. Im zwischenmenschlichen Bereich gestaltet man ja sein Umfeld und formt seine Mitmenschen und wird von Ihnen geformt. Hier kann man – denke ich – von innen nach außen wirken. Da hilft es und wirkt es, mit gutem Beispiel voran zu gehen und  auch zu zeigen wie gut es einem damit geht. Bei Firmen und Fremden ist der Weg denke ich genau anders rum von außen nach innen. Hier können über den Erfolg von Programmen wie der Werte 2.0 Kodex Firmen ins Boot geholt werden, wo dann das Handeln der Firma nach innen auf die  Menschen in den Unternehmen wirkt.

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Fünf Fragen an Thomas Loris – ein Gespräch mit dem Chef der Blitzboxx #WertePionier

Die Blitzboxx bietet seit 2013 Konzepte für Fotoboxen im MICE Markt. Besonderer  Wert wird dabei auf eine stilvolle und qualitativ hochwertige Einbettung in das  Veranstaltungskonzept gelegt. Neben den Standorten im Westerwald und in Hamburg  wird es in 2017 weitere in Deutschland und der Schweiz geben.

Die Idee für die Fotoboxen entstand 2013 in Berlin. Auf dem täglichen Weg ins Büro entlang der Warschauer Straße wurden die öffentlichen Fotoautomaten zu jeder Tageszeit regelrecht belagert. Thomas Loris, Chef des Unternehmens, stand uns zu einem Gespräch über den Wertekodex zur Verfügung.

Frage: Werte im Blick zu halten in einer Zeit, in der postfaktisch Mode geworden ist, ist sicher nicht ganz einfach, aber Sie haben ein Unternehmen, das sich aus sehr kleinen Anfängen heraus entwickelt hat. Schon am Anfang haben sie gespürt, dass Ehrlichkeit sich auszahlt, können Sie mal kurz schildern, wie das war?

Thomas Loris: Die Idee der Blitzboxx haben wir neben unserem Hauptgeschäft, der Filmproduktion, zunächst langsam nebenbei entwickelt. Durch eine Event-Agentur, mit der wir seit vielen Jahren im Filmbereich zusammenarbeiten, bekamen wir sehr kurzfristig die Möglichkeit unsere Blitzboxx auf ihrem Messestand auf der ITB zu präsentieren. Da viele Dinge noch unfertig waren, mussten wir einiges improvisieren. So waren beispielsweise unsere Accessoires von Hand ausgeschnitten und beschrieben. Wir saßen abends zu Hause und haben fast 1.000 Holzwäscheklammern und Flyer mit unserem Logo gestempelt. Wir hatten viele Ideen, von denen wir zu diesem Zeitpunkt nur auf der Messe vor Ort erzählen konnten. Bei den Messebesuchern waren es genau diese improvisierten Dinge, die unsere Aktion sympathisch machten und die gut ankamen. Viele Interessenten glaubten an uns und gaben uns in diesem frühen Stadium die Möglichkeit, unsere Ideen umzusetzen und das Konzept weiterzuentwickeln. Daraus haben sich viele langjährige und enge Partnerschaften entwickelt, die bis heute andauern.

Frage: Sie haben die Fotobox zwar nicht erfunden, aber doch in gewisser Weise ein Allleinstellungsmerkmal, weil sie es etwas anders machen als der Wettbewerb, auch hier spielen die Dinge eine gewisse Rolle die im Wertekodex verankert sind. Können sie uns sagen, was das ist?

Thomas Loris: Bei der Entwicklung der Blitzboxx war es uns von Anfang an wichtig, dass wir uns ausschließlich über Qualität definieren. Das beginnt beim Design der Box, über die Auswahl der Accessoires, das Auftreten gegenüber den Gästen bis hin zur gesamten Kommunikation mit Kunden und Mitarbeitern.

Wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten, die teilweise aus ganz anderen Branchen kommen und für die technische Umsetzung unserer Ideen oft völlig neue Sichtweisen und Lösungen ins Spiel bringen.

Um diese Unterschiede gegenüber neuen Kunden zu kommunizieren nutzen wir weniger Onlinemarketingmaßnahmen. Wir betreiben einen relativ großen zeitlichen und finanziellen Aufwand, um sie auf Messen und kleineren Promotion-Veranstaltungen erlebbar zu machen. In persönlichen Gesprächen können wir dabei unsere Kunden kennenlernen und auch umgekehrt durch unsere Persönlichkeit überzeugen. Auf diese Weise ist sehr schnell einzuschätzen, ob die gemeinsamen Ziele und Werte für eine Zusammenarbeit passen.

Für uns zahlt sich dieses Engagement aus, da fast neunzig Prozent unserer Kunden die Blitzboxx vorher auf einer Veranstaltung erleben durften oder durch Weiterempfehlung auf uns aufmerksam wurden.

Frage: Bei aller Liebe zur Kunst, ist sie doch mit Mühen verbunden. Was denken Sie, welches der Postulate: Ehrlichkeit, Loyalität, Mut, Respekt, Weitsicht, Verantwortung und Zuverlässigkeit und das gegenüber Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und dem Wettbewerb ist in ihrem Geschäft am schwierigsten durchzuhalten?

Thomas Loris: Letztendlich funktioniert es auf Dauer nur durch das enge Zusammenspiel aller Werte. Für mich persönlich würde ich dem Mut eine besondere Bedeutung geben. Mut, um Entscheidungen zu treffen, Dinge zu hinterfragen, auch und vor allem wenn sie unangenehm sind. Mut, um auch in finanziell schwierigen Momenten weiterzumachen, um der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und Kunden gerecht zu werden. Mut, sich ständig weiterzuentwickeln und neue Ideen auszuprobieren, auch wenn sie noch Zeit brauchen um sich durchzusetzen oder letztendlich gar scheitern. Im Hinblick auf Wettbewerber fällt es manchmal schwer, den Mut zu haben, um aufeinander zuzugehen. Wir versuchen dadurch Synergien zu schaffen und empfehlen Konzepte auch weiter, von denen wir überzeugt sind, falls dies für eine Kundenanfrage besser passen sollte.

Frage: Die Expansion ihres Unternehmens ist nicht ganz einfach, weil alles authentisch sein soll, was mit der Blitzboxx geschieht. Und da sie es deutschland- am liebsten europaweit betreiben wollen, müssen sie häufig multiplizieren. Wie geht das?

Thomas Loris: Die Blitzboxx ist als Ein-Mann-Projekt gestartet. Vor allem im vergangen Jahr, nach unserer Teilnahme an der Captain Mice Future Tour,  haben wir eine Entwicklung durchlaufen, die eine Expansion von Material, Standorten und Mitarbeitern erforderte. Weitaus schwieriger als die Zusammenstellung neuer Pakete, die zunächst einen überwiegend finanziellen Aufwand bedeuteten, war für mich, loslassen zu können. Dinge abzugeben und trotzdem sicherzustellen, dass die mir wichtigen Werte bei der Durchführung unserer Veranstaltungen beachtet werden.

Der Anspruch bei der Suche nach Mitarbeitern gestaltete sich nicht leicht und wir haben uns vor allem auf Empfehlungen von Menschen verlassen, mit denen wir schon über längere Zeit eng verbunden sind. Das Wichtigste, was wir dabei gelernt haben, ist ganz simpel: Kommunikation. Wenn irgendwo Probleme auftraten, lag es fast ausschließlich an nicht eindeutig kommunizierten Vorgaben oder Erwartungen. Dinge, die für mich klar waren aber andere Mitarbeiter nicht wissen konnten. Daraus haben wir gelernt und uns selbst etwas gebremst, um zunächst eine Art „Handbuch“ zu entwickeln, damit für alle zukünftigen Expansionen eine klare Grundlage vorliegt und bei jeder Veranstaltung unsere Werte transportiert werden.

Frage: Gelegentlich heißt es, Werte seien Luxus und das Streben, ein ordentlicher Kaufmann zu sein, halte den Realitäten nicht stand, was ist zu tun, um diesen Tendenzen Einhalt zu gebieten?

Thomas Loris: Wir haben dazu bisher sehr positive Erfahrungen gemacht. Bei all unseren Kunden konnten wir uns auf eine sehr enge, professionelle und werteorientierte Zusammenarbeit verlassen.

Um dies weiter, auch branchenübergreifend, zu fördern, ist der Wertekodex für uns ein sehr richtiger und wichtiger Schritt, den wir von Beginn an unterstützen möchten. Die Handlungsempfehlungen stellen für uns klare Richtlinien für einen gemeinsamen verlässlichen Umgang dar, die wir bieten, aber auch von allen Akteuren erwarten. Um dies klar zu kommunizieren, kann es z. B. notwendig sein, bestimmte Anfragen abzulehnen oder die Zusammenarbeit mit Partnern ständig neu zu bewerten.

Wir wünschen uns, dass sich der Wertekodex etabliert und sich möglichst viele Dienstleister anschließen und ihn umsetzen. Er erleichtert eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ungemein.

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Fünf Fragen an Christian von Rumohr – ein Gespräch mit dem Chef des Hotels Mondial #WertePionier

In Berlin zwischen Bleibtreu- und Schlüterstrasse findet sich das Vier-Sterne-Haus Mondial, mitten auf dem lebendigsten, exklusivsten Stück des Ku’damms. Verwurzelt in einer langen Tradition als Hotel vorwiegend für Stammgäste hat das Haus in den letzten vier Jahren unter der Leitung des Geschäftsführenden Direktors Christian von Rumohr den Flair der Caféhauskultur der 20er Jahre für die Restaurants wiederentdeckt und ihn mit der Moderne verbunden.

Bar, Restaurant, Eingangshalle und Terrasse erhielten mehr als nur ein Facelift, wurden mit klarer konsequenter Linie in Position gebracht, um so den besonderen Herausforderungen in der Hauptstadt zu bestehen.

Bewusst ist man sich zugleich der geschichtlich-gesellschaftlichen Verantwortung, die mit der Lage des Grundstücks verbunden ist: Das auf den Namen „Redelsheimer“ getaufte Restaurant erinnert mit Respekt an den Namensgebers Paul Jakob Redelsheimer, einen Berliner Möbelfabrikanten, der hier auf Nr. 47 seine Geschäftsräume hatte und dessen Leben 1937 in Theresienstadt endete.

Eleganz und stilvolle Atmosphäre, helle Farben und hochwertige Materialien, die offene und zugewandte Gastlichkeit eines funktionierenden und ambitionierten Teams sowie Kriterien wie zertifizierte Barrierefreiheit prägen den Geist des Hauses, das heute den individuellen Wünschen aller privat Reisender – insbesondere auch derer mit Handicap –, ebenso gerecht wird wie den gehobenen Ansprüchen Geschäftsreisender und Tagungsgästen.

Auch für den Businesslunch gibt es kaum keinen besseren Ort: Im Restaurant bei offenen Fensterfronten oder auf der großzügigen Kudamm-Terrasse können sich Geschäftsleute von leichten bodenständigen Gerichten überzeugen lassen. Nachfolgende Termine? Vorsicht. Die Versuchung ist groß, sich dem Ambiente hinzugeben, zurückgelehnt dem Treiben auf dem Kudamm zuzuschauen oder gleich in die angrenzende Bar zu wechseln, wo Keeper Nouri, Institution der Berliner Hotelszene, ab dem frühen Abend Cocktails mixt. Christian von Rumohr stand uns fünf Augenblicke zur Verfügung.

Frage: Werte sind ja etwas besonderes in unserer jetzigen Zeit, die von Egoismen geprägt ist. Wie sind Sie eigentlich mit dem Themenkreis in Berührung gekommen?

Christian von Rumohr: Ich bin so erzogen worden, dann kam das Erwachsenwerden mit dem Hamburger Kaufmannsdenken und der Lehre in Hamburg, und dann hatte ich das Glück weitestgehend Direktoren gehabt zu haben unter denen man so arbeiten konnte. Nach vielen interessanten Gesprächen mit Bernd Fritzges sprach er mich auf das Format an.

Frage:  In dem von und für die Eventbranche gschaffenen Wertekodex steht Ehrlichkeit ganz oben auf der Pyramide. Ist das Zufall oder kommt dieser Verhaltensweise tatsächlich eine besondere Bedeutung zu?

Christian von Rumohr: Beides, ehrliches kaufmännisches Handeln hat meinem Eindruck nach vor Jahren bei den Firmenratenverhandlungen Einzug gehalten, beim Internet gibt es noch Steigerungspotential, und der logische nächste Schritt ist die Eventbranche. Letztendlich gibt man ein großes Budget in fremde Hände, da hilft der Wertekodex

Frage: Das Hotel Mondial in Berlin am Kurfürstendamm hat ja aufgrund seiner Lage ein Alleinstellungsmerkmal. Wie gehen Sie damit bei der Preisfindung gegenüber dem Hotelgast aber auch gegenüber der Tagungskundschaft um?

Christian von Rumohr: Ja, zugegeben die Lage ist wirklich toll, aber bitte vergessen Sie nicht, dass wir ein mittelständischer Einzelkämpfer sind. Das hat Vor– und Nachteile, aber ganz klar ist unser tägliches Handeln vom Einkauf der Waren, das Umgehen mit Mitarbeitern, das Betreuen des Gastes (nicht zu vergessen, dass wir das 1. barreirrefreie Hotel Europas waren), bis zur Verabschiedung des Gastes geprägt von Inhalten des Wertekodexes. In Bezug auf die Preisfindung schließen auch wir manchmal marktgerechte Kompromisse, aber den Preiskampf machen wir nicht mit. Auch wenn dann ein Zimmer mal leer steht im Haus gibt es genug zu tun bis hin zu einer vielleicht sogar bewussten Regenerierung von Mensch und Mobiliar

Frage: Man sagt nicht umsonst, dass motivierte Mitarbeiter das Wichtigste ist, was ein Unternehmen heute braucht. Das trifft sicher noch mehr auf die Hotellerie zu. Im Wertekodex wird von Respekt gesprochen, gegenüber Kunden, Lieferanten und Mitbewerbern, aber auch gegenüber den Angestellten. Was ist zu tun, wenn es einem Gast einmal an Respekt mangelt?

Christian von Rumohr: Ich muss gestehen, dass mein Maß an Gästebeschwerdeakzeptanz gesunken ist. Erst im letzten Meeting auf der letzten Strategiebesprechung 2017 in Dresden habe ich allen Abteilungsleiter und stellvertretenden nochmal deutlich gemacht, dass ich es nie wieder erleben möchte, dass ein Gast einen Mitarbeiter zum Weinen bringt.Was war passiert? Ein anreisender Gast konnte einfach morgens um halb 10 sein Zimmer noch nicht direkt beziehen und hat sich gegenüber meiner Mitarbeiterin Luft verschafft. Ein klärendes Gespräch konnte die Situation in diesem Fall bereinigen und meine Mitarbeiterin akzeptierte die Entschuldigung.Ich scheue mich nicht, Gästen mitzuteilen, dass das Hotel Mondial vielleicht nicht das richtige Hotel für den Aufenthalt ist oder wieder sein wird.

Frage: Gelegentlich heißt es, Werte seien Luxus und das Streben, ein ordentlicher Kaufmann zu sein, halte den Realitäten nicht stand, was ist zu tun, um diesen Tendenzen Einhalt zu gebieten?

Christian von Rumohr: Unabhängig davon in welcher Situation man sich befindet, muss man sich diese Dinge immer wieder ins Gedächtnis rufen. Enttäuschungen bleiben nicht aus, es gilt zudem Schaden vom Betrieb fernzuhalten. Wir haben für uns diesen Weg beschlossen und sind froh, dass unser Erfolg hier im Mondial nicht auf dem Rücken Schwächerer oder zu Lasten anderer basiert.

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Fünf Fragen an Peter Friedhofen – ein Gespräch mit dem Geschäftsführer von ALOOM #WertePionier

Professionelles Tagungsmanagement ist ein Anspruch, der erfüllt werden will. Und wer ein Event zu organisieren hat, erfährt, welche Stolpersteine auf dem Weg zum Erfolg liegen. ALOOM hat sich im Markt einen Namen gemacht, auch weil die Firma zur Hotelbuchungs- und Locationplattform mutierte. Peter Friedhofen hat sich aus Überzeugung mit dem Wertekodex identifiziert. Er stand uns zu einem kurzen Gespräch zur Verfügung.

Frage: Im Wertekodex steht Ehrlichkeit an der Spitze der Skala. Das hat sicher seinen Sinn, denn alle anderen Werte basieren darauf. Darf ich fragen, wie Sie es damit halten im Verhältnis zu Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten aber auch gegenüber dem Wettbewerb?

Peter Friedhofen: Besonders in unserer heutigen Zeit, in der zu viel Unverbindlichkeit herrscht, Absprachen und Besprochenes immer kürzere Halbwertszeiten zu haben scheinen, ist es umso wichtiger, grundlegende Werte zu haben und diese auch zu leben. Die Ehrlichkeit im Innenverhältnis eines Unternehmens zählt für mich zu den Grundfesten einer gelebten Wertekultur. Mitarbeiter wie Vorgesetzte müssen sich auf Abgesprochenes und gemachte Zusagen verlassen können. Vertrauen ist die Grundlage jedes erfolgreichen Teams. Wenn Ehrlichkeit fehlt, kann kein Vertrauen da sein.

Frage: Sie haben Ihre Firma soeben zu einem Marktplatz für die Eventbranche entwickelt. Dafür bedarf es sicher eines gewissen Mutes, ein Wert, der auch im Kodex eine Rolle spielt. Können Sie einmal kurz schildern, was die schwierigste Phase in der Umsetzung war und wie sie überwunden wurde?

Peter Friedhofen: Die schwierigste Phase des Projektes war nicht der Start, die Projektierung oder die eigentliche Umsetzung sondern tatsächlich die Geduld zu warten, bis das Projekt final abgeschlossen war. Ich würde in diesem Kontext auch nicht von Mut sprechen wollen, sondern von Unternehmertum. Unternehmen, die sich nicht weiterentwickeln, werden zwangsläufig, gerade in unserem doch sehr agilem Entwicklungsumfeld, verlieren. Es ist also eine zwingende Voraussetzung, permanent, wenn Sie so wollen, den Mut aufzubringen, sich und das Unternehmen weiterzuentwickeln. Ich finde, dass Mut in diesem Kontext die Grundeigenschaft eines jedes Unternehmers ist; lässt uns genau dieser doch jeden Tage wach durch die Welt gehen und heute Dinge unternehmen, die morgen unsere neuen Projekte sind.

Frage: Eng mit dem Mut zusammen hängt die Weitsicht, denn, wenn man nur wenige Schritte voraus sieht, ist schlecht voraus zu stürmen. Der Wertekodex erwartet diese Weitsicht gegenüber den Mitarbeitern, den Kunden den Lieferanten und dem Wettbewerb. Das erscheint in der Expansionsphase besonders wichtig, denn man muss ja immer eine Nase voraus sein. Wie ist hier  vorzugehen?

Peter Friedhofen: Ich würde hier gerne den Begriff der Verantwortung benutzen. Weitsicht gleich Verantwortung. Die Weitsicht bzw. Verantwortung sich, seine Mitarbeiter, Lieferanten und andere Beteiligte mit neuen Projekten nicht zu überfordern, aber auch nicht zu unterfordern. Die Herausforderung trotz des operativen Tagesgeschäftes immer die formulierten und gesteckten Ziele und Visionen im Auge zu behalten. Diese tragen im Ergebnis ja zur Absicherung aller Beteiligten bei. Aber schon der Weg dahin sollte das berücksichtigen. Alle Beteiligten müssen zwingend diese Ziele kennen und fortlaufend informiert und integriert werden. Nur so können auch zähe, aufreibende Phasen eines Projektes erfolgreich im Team überwunden werden.

Frage: Überspitzt könnte man sagen, die Leitsätze bedingen den wirtschaftlichen Erfolg. Denn das Leben lehrt, dass man damit weiter kommt als mit Unseriosität. Wie sind Sie eigentlich mit der Initiative in Berührung gekommen?

Peter Friedhofen: Meine Kontakt zur Initiative entstand über Bernd Fritzges. Wir hatten an anderer Stelle geschäftlichen Kontakt und kamen so auf das Thema Werte 2.0. Im Rahmen der technologischen Umstrukturierung von ALOOM wurden auch in der Operative viele Dinge verändert. In diesem Zusammenhang habe ich viele offene Gespräche mit meinen Mitarbeitern geführt, welche immer wieder auch irgendeinen Bezug zum Wertethema hatten. Ich habe hier viel erfahren dürfen und in diesem Zusammenhang auch meinen Managementansatz überprüft und  teilweise verändert. Die Ergebnisse waren extrem spannend für mich. Somit hat das Thema für mich zwischenzeitlich eine hohe Relevanz. Ich bin überzeugt, dass die Werte 2.0 Plattform wertvolle Impulse für die Veranstaltungsbranche liefern kann.

Frage: Trotzdem heißt es gelegentlich, Werte seien Luxus und das Streben, ein ordentlicher Kaufmann zu sein, halte den Realitäten nicht stand. Was ist zu tun, um diesen Tendenzen Einhalt zu gebieten?

Peter Friedhofen: Das muss, glaube ich, jeder für sich selber entscheiden. Will ich ein ehrenhafter Kaufmann sein, oder nicht? Ist es mir wichtig, dass mein Wort etwas zählt? Dass sich die Menschen auf mich verlassen können? Ich persönlich will für mich diesen – wenn Sie es so nennen mögen – Luxus, ein ordentlicher Kaufmann zu sein. Mein Wort soll etwas zählen. Ich möchte, dass sich meine Mitarbeiter und unsere Kooperationspartner auf mich verlassen können. Ich bin zudem fest davon überzeugt, dass jeder langfristig orientierte Unternehmer nicht an einem Wertegerüst, wenn auch nur in einer Minimalkonfiguration, vorbeikommt, da der Markt, die Mitarbeiter und Partner dieses einfordern. Denn: Wie kann man ohne Markt, Mitarbeiter und Partner ein erfolgreicher Unternehmer sein?

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Fünf Fragen an Doreen Biskup – ein Gespräch mit der Chefin der MICE Acadamy #WertePionier

Die MICE Academy in Berlin ist eine Fortbildungseinrichtung der besonderen Art.  Hier geht es nicht um die Grundlagen des Geschäfts mit den Events, sondern um das Tüpfelchen auf dem I, um das, was letzten Endes den Erfolg ausmacht, vermittelt nicht im Frontalunterricht sondern am Objekt erarbeitet. So entsteht eine Atmosphäre, in der sich alle wohlfühlen und mit dem Ergebnis zufrieden sind. Doreen Biskup stand uns fünf Augenblicke zur Verfügung, bei denen es um Werte 2.0 ging.

Frage:  Werte haben in unserer jetzigen Zeit, die von Egoismen geprägt ist, ja eine besondere Bedeutung. Wie sind Sie eigentlich mit dem Themenkreis in Berührung gekommen?

Doreen Biskup: Das Thema Werte spielt im täglichen Business eine immer wiederkehrende Rolle. Seit ich in der Branche aktiv als Eventmanagerin und später als Dozentin und Referentin tätig war, wurden viele Absprachen mündlich oder halbschriftlich getroffen. Das setzt viel Mut, Vertrauen in die Beteiligten und Loyalität untereinander voraus. Leider trifft man im Laufe der Zeit auch auf das ein oder andere schwarze Schaf, welches das Vertrauen ausnutzt, Ideen klaut oder sich nicht an Absprachen hält. Vor allem hier zeigt sich, wie wichtig wertvolles Handeln ist. Die meisten von uns sind in kleinen und mittelständischen Unternehmen tätig. Ein großer finanzieller oder personeller Puffer ist meist nicht gegeben, so dass „unehrenhaftes“ Verhalten seitens der Geschäftsführer schnell über Gedeih oder Verderb entscheidet.

Frage: Wie Sie mir erzählten, haben Sie ein Unternehmen, dass sich mit Fortbildung beschäftigt in einem Bereich, der nicht so sehr Mainstream ist, sondern speziell. Das erfordert natürlich besondere Maßnahmen gegenüber den Kunden aber auch bei den Dozenten. Auf der Pyramide des Kodex steht Ehrlichkeit ganz oben. Können Sie ’mal kurz schildern, was das für Sie und Ihr Unternehmen bedeutet?

Doreen Biskup: Ich führe eine Weiterbildungsakademie, die vor allem spezialisierte Eventmanagement-Seminare anbietet. Meine Dozenten sind langjährige Geschäftspartner, denen ich vertraue. Vor allem bei offenen Seminaren, bei denen bis drei oder vier Wochen vor Termin manchmal nicht feststeht, ob diese stattfinden, ist Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit bedeutsam. Ich kommuniziere aus dem Grund immer direkt und sofort mit meinem „Team“, erwarte dies jedoch auch von Ihm. Dieses Verhalten lebe ich auch mit Veranstaltungsstätten oder anderen Gewerken, die ich in diesem Zusammenhang beauftrage. Nur durch ein solides Netzwerk aus Dienstleistern kann ich als Kleinstunternehmen meinen Kunden eine gleichbleibend hohe Qualität anbieten.

Frage: „Mut zeigte selbst der lahme Muck“ ist ein Spruch, der hier im Rheinland schon ’mal  zitiert wird, wenn man erzählen will, wie es zur Eroberung kam. Wären Sie so nett einmal kurz zu schildern, welche Rolle Mut in ihrer MICE Academy spielt im Verhältnis zu Mitarbeitern, Kunden, aber auch im Verhältnis zu Mitbewerbern.

Doreen Biskup: Mut ist die Grundvoraussetzung um unternehmerisch zu handeln. Chancen zu erkennen ist die eine Sache, diese auch zu ergreifen, das Geschäft zu entwickeln und sich ganz bewusst für oder gegen bestimmte Dinge zu entscheiden, ist ein Erfolgsfaktor meines Unternehmens.  Als Eventmanagerin unterliege ich stets dem Bedürfnis, alles zu 120 Prozent perfekt umzusetzen. Das funktioniert jedoch nur bedingt, wenn ich nicht selbst vor Ort sein kann. Aus diesem Grund erfordert es für mich unabhängig vom Vertrauen, das ich meinen Mitarbeitern und Geschäftspartnern schenke, tatsächlich Tag für Tag ganz persönlichen Mut, um dieses Vertrauen überhaupt erst einmal zu entwickeln. Mutig sein, heißt aber auch Position zu beziehen, seine Ansichten zu vertreten und für diese und das eigene Business einzustehen. Das bedeutet vor allem in Bezug auf Mitbewerber, 1. eine klare Positionierung und 2. auch diese mit Mißständen in Bezug auf das eigene Unternehmen oder der Branche zu konfrontieren.

Frage: Wenn Sie die Postulate des Wertekodex betrachten, welche Anforderung – denken Sie – ist am schwersten zu realisieren im täglichen Kampf um das liebe Brot und warum?

Doreen Biskup: Am schwersten zu realisieren ist wahrscheinlich der Wert „Mut“. Alle anderen Werte bauen ein Stück weit darauf auf. Als Unternehmerin muss ich den Mut haben Entscheidungen zu treffen, ehrlich zu sein und vielleicht auch eigenes Fehlverhalten einzugestehen usw. Das bedeutet, ein jeder selbst wird in seinem wertvollen Handeln sicherlich ab und an mit seinem eigenen inneren Schweinehund konfrontiert. Das auszuhalten ist nicht zwangsläufig für jeden eine Selbstverständlichkeit. Mitarbeiter oder Geschäftspartner könnten sich abwenden. Finanzielle Einbußen könnten entstehen. Das vermeintliche Scheitern zu ertragen, daran zu wachsen und weiter zu machen, erfordert unfassbar viel Mut.

Frage: Gelegentlich heißt es, Werte seien Luxus und das Streben, eine ordentliche Kauffrau zu sein, halte den Realitäten nicht stand, was ist zu tun, um diesen Tendenzen Einhalt zu gebieten?

Doreen Biskup: Andere Länder – andere Sitten. Es gibt Gegenden in denen ein guter, ordentlicher Kaufmann daran gemessen wird, in welcher Höhe, er seine Geschäftspartner über den Tisch zieht. Das entspricht nun nicht unserer Kultur und macht langfristig gesehen, sicher auch einsam und viele Feinde. Die Frage, die sich stellt, ist doch die: Kann ich mir jeden Morgen mit ruhigem Gewissen in die Augen schauen und den Anblick ertragen? Einige Beispiele, auch aus unserer Branche zeigen, dass zwar auch die Nichtehrbaren immer irgendwie weitermachen. Doch bleibt ein fader Beigeschmack, Türen zu potentiellen Geschäftspartnern verschließen sich, Aufträge werden nicht mehr vergeben. Das Every-Day Business wird schwieriger. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass Menschen miteinander reden, sich austauschen und beginnen sich in Bezug auf bestimmte Aspekte zu commiten. So z.B auch zum Wertekodex. Als Kodex, der verspricht, das jeder, der sich diesem verschreibt, genau diese Werte lebt und nach diesen handelt, geben wir Geschäftspartnern, Mitarbeitern und Kunden auch eine Sicherheit. Entscheidend dabei ist, dass es hier bei den Unterzeichnern nicht beim bloßen Commitment bleibt, sondern die Werte auch mit Leben gefüllt werden. Schwarze Schafe oder unehrenhaftes Geschäftsgebaren sollten aber auch kommuniziert werden. Dabei geht es nicht um permanente Fehlerfreiheit. Fehler passieren und sind auch menschlich. Es geht aber darum, daraus zu lernen und sie nicht zu wiederholen und sich dem ordentlichen Kaufmann, mit all seinen Werten so permanent anzunähern.

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Fünf Fragen an Oliver Hasert – ein Gespräch mit dem Chef des Parkhotels Landau #WertePionier

Landau, eine Stadt in der Pfalz. Ob Konferenz oder Tagung, das Vier-Sterne-Parkhotel hat hier für jeden Anlass die passenden Seminarräume in modernster technischer Ausstattung. Professionell tagen, genussvoll speisen und angenehm übernachten, das ist hier möglich. Für Seminare und Tagungen stehen geeignete Räume von 21 m2 bis 105 m2 mit Klimaanlage und Tageslicht zur Verfügung. Ausgestattet sind diese mit LED-Tageslichtanlagen, ausgefeilter Beamertechnik und WLAN-Optimierung. Ein erfahrenes Team betreut die Gäste und stellt sicher, dass die Veranstaltung ein voller Erfolg wird.  Wer will, kann in einem der 77 hochwertig ausgestatteten Zimmer zu Hause sein, wem das noch nicht genügt, dem sei eine Suite empfohlen mit Blick auf die Jugendstil-Festhalle und natürlich drahtlosem und kostenlosem Internetzugang.

Für größere Veranstaltung besteht ergänzend die Möglichkeit, die benachbarte Jugendstil-Festhalle zu nutzen, wo bis zu 1.000 Personen Platz haben. Hier ist das Parkhotel Cateringpartner mit Genuss in jedem Sinn des Wortes. Der Chef des Parkhotels, Oliver Hasert, bekennt sich zu Werte 2.0. Er war so liebenswürdig, uns fünf Fragen zu beantworten.

Frage: Wie geschildert, führen Sie ein Businesshotel in einer prosperierenden Stadt mit allen Chancen und Risiken, die das mit sich bringt. Auf dem Wertekodex steht Ehrlichkeit an der Spitze. Würden Sie meinen, dass dies Zufall ist oder macht das einen Sinn?

Oliver Hasert: Auf der einen Seite habe ich schon den Eindruck, dass es in der Gesellschaft eine tiefe Sehnsucht nach Ehrlichkeit gibt und der Stellenwert deswegen vielleicht so hoch ist. Für mich persönlich ist es auf der anderen Seite jedoch Zufall, alle Werte machen gleich viel Sinn, sind für mich mehr ein Ensemble sich gegenseitig bedingender Faktoren.

Frage: Ihr Umfeld ist ja von der Weinwirtschaft geprägt, die in den letzten Jahren einen nicht gekannten Aufschwung erlebt, weil die jungen Leute, die die Betriebe von ihren Eltern übernahmen, in Qualität und Diversifikation investierten, aber auch gelegentlich in Übernachtungsmöglichkeiten. So entstehen Mitbewerber und Geschäftsmöglichkeiten, z.B. beim Catering. Wie gehen Sie damit um?

Oliver Hasert: Ich glaube daran, dass jeder Wettbewerb, gerade in unserer Branche, Innovation in eine Region oder Metropole bringt, neugierig macht und Aufmerksamkeit schafft, wodurch wiederum für alle ein Benefit entsteht. Aus diesen Veränderungen können wertvolle Kooperationen entstehen und sich für den Einzelnen neue Geschäftsfelder eröffnen.

Frage: Im Wertekodex ist von Respekt die Rede. Während dieses Verhalten gegenüber  Mitarbeitern, Kunden. Lieferanten und Mitbewerbern sich schon aus dem Geschäft heraus ergibt, lässt die Kundschaft diesen gegenüber den Angestellten des Hotels gelegentlich vermissen. Was passiert, wenn Ihnen so etwas zur Kenntnis gelangt

Oliver Hasert: Wenn es persönlich wird, nehme ich es persönlich und das geschieht gleichermaßen, wenn meine Mitarbeiter Angriffsfläche sind oder ich dadurch direkt angesprochen werde. Mein Ziel ist es immer, Konflikte auf der Sachebene zu lösen, aber es gibt Grenzen, die ich ganz klar ziehe.

Frage: Zuverlässigkeit ist ein Wert, der aus sich heraus gilt. Man lebt sie und erwartet sie vom Umfeld. Normalerweise wird so etwas im Elternhaus vermittelt. Das ist allerdings im Laufe der Zeit erodiert, weil es immer weniger intakte Familien gibt. Wie gehen Sie diesen Problemkreis im Hotel an?

Oliver Hasert: Zuverlässigkeit als Wert vermitteln ist, wie bei anderen Werten, doch eine gesellschaftliche Aufgabe. Da müssen wir uns alle einbringen, nicht nur auf Eltern oder Schule Verantwortung abwälzen: Zuverlässigkeit entsteht nur in wechselseitigem Austausch. Bei einem Mitarbeiter, der als unzuverlässig wahrgenommen wird, ist es mir wichtig herauszufinden, was dahinter steckt.

Frage: Gelegentlich heißt es, Werte seien Luxus und das Streben, ein ordentlicher Kaufmann zu sein, halte den Realitäten nicht stand, was ist zu tun, um diesen Tendenzen Einhalt zu gebieten?

Oliver Hasert: Ich sehe das so: Ich muss mich mit meinem Wertesystem auseinandersetzen und mich dazu bekennen. Wenn ich aus dieser Haltung agiere, werde ich auch (automatisch) mit solchen Menschen zusammenarbeiten, die meinem Wertesystem zumindest nahestehen. Am Ende ist es doch so, wie M. Gandhi gesagt hat: „Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt“. Ich kann nicht erst abwarten, bis alle anderen alles richtig machen, bevor ich damit anfange, da muss man auch mal in Vorleistung gehen.

 

Von Philipp Maas

 

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