Carsten Hennig

Alles Fake News? Bleibt doch in Eurer Blase der Ahnungslosen!

Um eines klarzustellen: Das Social Web ist ein großer Gewinn! Die Vielzahl der Möglichkeiten, sich ein Auditorium zu schaffen überwiegt eindeutig alle unangenehmen Begleiterscheinungen. Pluralität ist ein Zeichen unserer Zeit und muss auch bei Missgunst ausgehalten werden. Die moralische Grenze zwischen Meinungsfreiheit und Hassrede wird indes immer weiter nach außen gedrückt und bedarf mehr denn je gesellschaftlichen Konsens denn juristischer Diktion „von oben“.

Jedoch: Wer als Führungskraft Nachrichten als „Fake News“ – gar von der „Lügenpresse“ – kommentiert und von dannen zieht, beweist nur mangelnde Urteilskraft. Ein unschätzbarer Vorteil von Facebook & Co ist doch, den offenen Diskurs zu pflegen, eine Debatte mit Respekt und Wertschätzung auch Andersdenkender.

  • Bleibt doch in Eurer Blase der Ahnungslosen! 
  • Gebt Euch doch der Versuchung der vermeintlichen Glückseligkeit im Kreise von digitalen Ja-Sagern hin!
  • Nur glaubt bitte nicht, fürderhin Respekt als Führungskraft zu erhalten.

Ignoranz (Foto: Geralt)

Aus aktuellem Anlass ist denjenigen auch aus #Hotellerie und #Gastronomie, die sich – aus Bequemlichkeit, Feigheit oder Starrsinn? – dem Austausch zu entziehen versuchen, anheim zu geben: Bleibt doch in Eurer Blase der Ahnungslosen! Gebt Euch doch der Versuchung der vermeintlichen Glückseligkeit im Kreise von digitalen Ja-Sagern hin! Nur glaubt bitte nicht, fürderhin Respekt als Führungskraft zu erhalten. Denn Eure Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lesen sehr wohl mit, was Ihr an beschämenden Postings veröffentlicht habt. Und auch noch das: Nachträgliche Löschaktionen sind doppelt feige und beschämend. Erstens kommt alles heraus – und zweitens: Das kollektive Gedächtnis ist robuster als man denkt.

„Wer Lügenpresse ruft, weil ihm die Verhältnisse nicht passen, greift die Fundamente unseres Zusammenlebens an“, konstatierte nun Jo Lendle, Vordenker und Chef des renommierten Hanser-Verlags. Allzuoft könne man deutlich sehen, wie leicht demokratische Standards durch bloße Rhetorik in Frage gestellt werden können. „Viele hadern damit, die Veränderungen sind aber eine Tatsache“, bringt es Lendle auf den Punkt. Und gibt uns noch mit: „Die Digitalisierung favorisiert Kleinstinformationen und Zuspitzungen. Im Netz bekommt man Rückmeldungen vor allem, wenn man provoziert und ins Extrem geht. Ich schätze ja viele der neuen Kommunikationsformen, aber wir stellen fest, dass die Summe dieser Veränderungen die gesellschaftliche Mitte schwächt.“ Sic!

Vielleicht muss auch dies gesagt sein: Wer sich von seiner Newsblase der Wohlgefälligkeit allzuoft zu Hass und Häme hinreißen lässt, ist wohl nicht nur meinungsschwach, sondern auch charakterschwach.

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Es gilt das gesprochene Wort! Warum, #WTF, sind viele so unzuverlässig geworden?

Ein fester Blick, ein Handschlag und eine deutliche Zusage: So gehen gute Geschäfte! Aber eine enttäuschende Erkenntnis aus dem Business-Alltag ist: Bei immer mehr, auch angeblich renommierten Führungskräften gibt es das nicht mehr. Da werden klare Genehmigungen einfach zurückgezogen oder umgedeutet. So wie bei einem CEO einer Hotelkette, der mit seiner willfährigen Gutsherren-Art nur beweist, dass er (so) nicht führen kann.

Unzuverlässige Partner gibt es immer mehr, weil man sie machen lässt und einfach zuviele Ja-Sager und charakterschwache Wegducker die sachgerechte Auseinandersetzung, die meinungsbildende Debatte und die zielführende Lernkurve fürchten – und einfach nur einen möglichst komfortablen Lebensweg in Rosa-Wolken-Laissez-Faire ohne Konflikte beschreiten wollen.

Verantwortung & Treue (Foto: 28703/Pixabay)

Vieles ist viel zu leicht geworden: Terminzusagen kurzfristig ändern oder gar absagen, weil es halt so einfach ist per unpersönlicher Messenger-Kurzmitteilung. Konstruktive Kritik und Konzepte für Verbesserungen ignorieren, weil ja soviele eMails ungelesen im Postfach untergehen. Projekte mit gutgläubigen Partnern einfach abbrechen oder auf ewig hinausschieben, weil sich ja jeden Tag so unglaublich viele neue Chancen bieten.

Einer der zentralen #Werte18 muss wieder sein: Das gesprochene Wort gilt! Wer A sagt, muss auch B sagen. Wer etwas anfängt, muss es auch zu Ende bringen.

Messen Sie sich selbst und die Menschen, die Sie umgeben, daran!

Diejenigen die meinen, Gutdünken und Freundlichkeit anderer gezielt ausnutzen zu können – „Man es ja mal versuchen“ – brauchen klare Grenzen!

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Es gibt ein einfaches Wort, was Ihre Mitarbeiter wieder aufmuntert…

Klartext in Sachen Wert-Schätzung: „Unser wichtigstes Wort im Umgang mit Mitarbeitern heißt ‚Danke‘, diesen Grundsatz wende ich für alle an, egal ob sie in der Gastronomie oder bei uns im Außendienst tätig sind“, konstatiert Reinhold Würth. Der 83-jährige Erfolgsunternehmer – Würth-Gruppe: 76.000 Mitarbeiter, 13 Mrd. Euro Umsatz – ist ein Elder Statesmen der alten Schule, aber mit seinen mahnenden Worten topaktuell!

Seine nächste Botschaft im Gespräch mit der „AHGZ“: „Ich bin sehr hinter dem Wort Dienstleistung her: dienen und leisten – wenn beides zusammenkommt, dann folgt die Anerkennung von ganz alleine.“ Sic!

Bitte, Danke, Leistung und Leidenschaft – das ist die richtige Mischung für den sog. kooperativen Führungsstil, der heutzutage angesagt ist! Starre Hierachien, Chef-Gehabe und herzloses Herumkommandieren kommt nicht mehr an – gefragt sind:

  • Mitarbeiter auf Augenhöhe behandeln, sie stets aufs Neue überzeugen und motivieren
  • Agiles Arbeitsumfeld mit echter Lern- und Fehlerkultur: „Win or learn“
  • Hierarchien abbauen

Danke Thank You (Photo: Public Domain Pictures/Pixabay)

Mehr über das Arbeitsmodell der Zukunft ist in diesem n-tv Beitrag zu lesen: mobil.n-tv.de/ratgeber/Das-Modell-der-Zukunft-article20592617.html

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