Best Practice-Beispiel

Hate Speech & Fake News: Streichen Sie das! Ich meine: Blockieren Sie solche Leute…

Warum nur werden immer wieder etliche Mitmenschen ausfällig? Gatzen rum, beschimpfen und erniedrigen andere, verhöhnen Unfall- oder sogar Mordopfer (!)… Es ist beschämend zu beobachten, wer sich wie geriert – mit Namen und Gesicht öffentlich im Netz.

Nein! (Grafik: Geralt/Pixabay)

Hassreden, Hasskommentare und gezielt verbreitete Fake News sind an der Tagesordnung, leider. Ich blockiere diese Menschen nun, die Technik macht’s möglich!

In meiner News-Blase zum Beispiel bei Facebook, wo sich besonders viele dieser Real-Trolle tummeln, möchte ich von all dem Hass und Neid und der Missgunst nichts mehr zu lesen bekommen. Längst habe ich es aufgegeben, diesen Irregeleiteten gut zuzureden, sie zu beschwichtigen oder sie gar zu informieren.

Gebe ich damit auf? Lass ich damit #HateSpeech und #FakeNews freie Bahn?

Nein! Denn: Immer mehr User im Social Web erkennen, was ihnen hier zugemutet wird, wissen echte Wahrheit und Klarheit von Demagogie oder Niedertracht zu trennen. Das wird in aktuellen Umfragen zunehmend deutlich.

Wir dürfen beruhigt an das Gute glauben, an den Instinkt und Anstand der vielen, vielen Mitmenschen, die längst das falsche Spiel durchschaut haben.

Rote Karte für die, die Hass und Desinformation verbreiten!

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Werte.Foundation gründet Privatstiftung für Hotellerie, Gastronomie sowie Meetings & Events

Für mehr Nachwuchsförderung – Initiator Bernd Fritzges & wachsendes Supporter Team planen eigenes Schulungsprogramm und Akademie

April 2019 – Zehn Jahre nach dem Start der WerteEvents erreicht die Werte.Foundation ihre nächste Dimension: Die Gründung einer Privatstiftung erfolgt noch in diesem Jahr. Dazu bringt Initiator Bernd Fritzges sämtliche geschaffenen Werte, Errungenschaften und Inhalte ein – das Stiftungskapital wird zusätzlich mit ausgewählten Partnern aufgestockt. Zweck der Privatstiftung Werte.Foundation ist die Förderung und Beratung von Nachwuchs in den Unternehmen in Hotellerie, Gastronomie und Meeting- & Events-Branche. Weitere Tätigkeitsfelder sind Veranstaltungen von WerteEvents und die Verbreitung des etablierten WerteKodex. 

„Mit der Gründung der Privatstiftung geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung“, freut sich Bernd Fritzges. Nach einer Dekade mit stark wachsenden WerteEvents und einer steigenden Zahl an Supportern formiert sich nun eine durchsetzungsstarke Organisation. Weitere Aufgabenfehler der Stiftung sind:

  • Nachwuchsförderung/-beratung mit umfangreichen Schulungsprogramm
  • Beratung von Top Talenten und High Professionals in Sachen Leadership, interne Kommunikation, Werte-orientiertes Handeln im Business-Alltag und Personalführung
  • WerteEvents mit Akademie-Charakter
  • WertePioniere-Beratung von Unternehmen in Sachen Corporate Governance und Werte-orientierte Kommunikation

Zu den tatkräftigen Mitstreitern in der Werte.Foundation zählen u.a. Prof. Dr. Thomas Apitzsch (FHAM München), Henrik Bollmann (Westfalenhallen Dortmund), Heike Klein (Estrel Berlin), Christian Böttcher (Hotel Esplanade Resort & Spa Bad Saarow), Angela Knoll und Melanie Kotek (beide: DB Vertrieb). 

#WirWollenWerte

„Zentrale Werte im harten Business-Alltag gewinnen massiv an Bedeutung – und das ist überfällig“, konstatiert Fritzges. Seien es harte Preisverhandlungen wie im MICE-Business üblich oder ruppige Führungsallüren im eng getakteten Alltag in Hotels, Restaurants und Eventlocations – die Rückbesinnung auf respektvollen Umgang miteinander, Achtsamkeit und proaktive Wertschätzung sind essentielle Basis für Harmonie und Erfolg. „Gerade in der von Personalnot geplagten Hotellerie und Gastronomie unterstützen wir die Betriebsinhaber und Führungskräfte im Werte-orientierten Leadership und geben damit wertvolle Impulse für erfolgreiches Employer Branding“, bringt es Fritzges auf den Punkt. Denn: Soziale Verantwortung des Arbeitgebers steht für immer mehr junge Leute bei der Auswahl eines Ausbildungsbetriebes und für die nächsten Karriereschritte zuoberst.

#WerdeStark

Mit dem WerteKodex wurde von einem Expertengremium ein allumfassendes Werk für Werte-Orientierung geschaffen; Download hier: https://werte.foundation/wertekodex/. Der Leitfaden bietet Handlungsempfehlungen im täglichen Umgang mit Mitarbeitern, Kunden/Gästen und Partnerunternehmen. „Selbst für mich ist es immer verblüffend, wie häufig ich im WerteKodex Parallelen – und vor allen Dingen Lösungsansätze – für meinen Alltag im internationalen MICE-Business finden kann“, gibt Fritzges freimütig zu. 

Die Werte.Foundation verstärkt nun ihre Öffentlichkeitsarbeit unter den Hashtags #WirWollenWerte und #WerdeStark. Im Blog werden aktuelle Themen aufgegriffen und nach dem Grundsatz „Neues & Debatte“ analysiert: https://werte.foundation/blog/. In einem innovativen Newsletter-Format werden Werte-relevante Themen aufbereitet. Zudem wird die tägliche PR-Arbeit im Social Web intensiviert. 

Sehen Sie dazu auch diese Videos: 

Nächstes großes WerteEvent Anfang 2020

Das nächstem große WerteEvent wird zum Jahresbeginn 2020 stattfinden – mit einem überraschenden „Big Bang“. Weitere Details werde in den kommenden Wochen dazu veröffentlicht. Zuletzt hatten zum WerteEvent im Spätsommer 2017 im Hotel Esplanade Resort & Spa in Bad Saarow am Scharmützelsee bei Berlin – das Haus ist ebenfalls WertePionier – hunderte WerteSupporter einen Event-Kongress mit höchst inspirierender Langzeit-Wirkung erleben dürfen. 

„Wir wollen weitere überzeugte WertePioniere begeistern und bitten daher Gleichgesinnte sich den entscheidenden Ruck zu geben und die Werte.Foundation zu bereichern!“, ruft Bernd Fritzges, künftiger Vorstand der Privatstiftung auf. Alle Informationen für künftige WertePioniere sind hier zu finden: https://werte.foundation/wertepionier/

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Werte lehren – Das steht auf der Werte-Agenda 2019: Faktor Mensch & Menschlichkeit in der Digitalisierung stärken!

2019 ist das Jahr der Werte! Das behaupte ich nur ich – und weitere Mitstreiter und Unterstützer der WerteFoundation – sondern etliche andere Top-Meinungsbildern. So überrascht jüngst Jack Ma, Gründer des chinesischen Internet-Giganten Alibaba, mit dem Bonmot: Unseren Kindern sollten wir vor allem Werte lehren – so könnte die rasch fortschreitende Künstliche Intelligenz nicht einholen. Ein weise Weitsicht!

So überrascht jüngst Jack Ma, Gründer des chinesischen Internet-Giganten Alibaba, mit dem Bonmot: Unseren Kindern sollten wir vor allem Werte lehren - so könnte die rasch fortschreitende Künstliche Intelligenz nicht einholen.  (Screenshot: Tagesschau)

„Immer häufiger aber auch um den Stil unseres Miteinanders, um unsere Werte: Offenheit, Toleranz und Respekt. Diese Werte haben unser Land stark gemacht.“ Dies konstatierte Bundeskanzlerin Merkel zur Jahreswende und legte den Finger in die digitale Wunde der Oberflächlichkeiten und leichtfertigen Hassreden. Ihre Mahnung: Dafür müssten sich alle Bürger gemeinsam einsetzen – auch wenn es unbequem und anstrengend sei. Gut gebrüllt, Löwe!

Just in der Anonymität des digitalen Fortschritts ist der „Faktor Mensch“ – und Menschlichkeit, sic! – wieder zu entdecken: Persönliche, ausführliche Gespräche ohne Ablenkung durch Unsinn-Likes & Postings bei Facebook & Co.! Bleibende Erinnerungen von persönlichen Erlebnissen und merk-würdigen Augenblicken mit anderen Menschen – statt bloßer Blinkerei auf viel zu kleinen Bildschirmen! Beeindruckende und inspirierender Austausch untereinander – um Kreativität und Know-how-Transfer zu fördern!

Der Roboter, mein Freund und Helfer - Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenzen im Unternehmen

Interessant zu beobachten ist, wie die Grundwerte der Achtsamkeit und des Mitgefühls in der Führungsverantwortung wieder Einzug halten. Team-orientiertes Leadership wird überdeutlich allerorten als Maxime annonciert – damit wäre ein Neuanfang gemacht. Aber auch im hektischen Alltag im Sales & Marketing wäre etwas mehr Werte-Orientierung angebracht: Weniger Messenger-Denglisch, mehr direkter Austausch. Und einfach mal: Zuhören!

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Ohne Werte geht nichts: 57 Prozent der Bundesbürger kaufen lieber bei Unternehmen, die einem gesellschaftlichen Zweck folgen

Diese Umfrage stellt klar: Im Zuge der #Digitalisierung geht es einmal mehr um digitale Ethik! 57% der Deutschen kaufen möglichst nur von Unternehmen, die nachvollziehbar einem höheren Zweck („Purpose“) folgen und sind sogar bereit, dafür etwas mehr auszugeben. Und gar 82 Prozent meinen, dass in der transparenten, digitalen Welt eine ethische Unternehmensführung unabdingbar sei, um nachhaltig und langfristig zu wachsen. Dafür wurden 1.000 Bundesbürger vom Think-Tank Prophet befragt.

Nachhaltigkeit (Foto: Annca)

Was ist ein höherer Zweck? Dies können kleine, alltägliche Maßnahmen im Betrieb zum Umweltschutz sein, wie Energiereduzierung, Müllvermeidung (weniger Ausdrucke, die meist sofort wieder weggeworfen werden) in Büro und Küche etc. Aber auch konsequente Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern. Die Wertorientierung von Unternehmen zahlt sich aus – etwa auch im War for Talents: So wollen sich acht von zehn Deutschen mit ihrem Arbeitgeber auch inhaltlich verbunden fühlen und arbeiten daher lieber für ein Unternehmen, das einem höheren gesellschaftlichen Zweck folgt.

Dagegen meinen 57 Prozent der Befragten, dass Unternehmen, die mehr an ihre wirtschaftlichen Ziele denken als an Umwelt und Gesellschaft, nicht verantwortlich handelten. Daher wollen sie diese Unternehmen und ihre Marken mit ihrem Konsumverhalten eher nicht unterstützen.

Ergo: Die Wertorientierung eines Unternehmens wird immer härter werdenden Wettbewerb zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor.

Umweltschutz ist daher ein hohes Gut. Was sich für #GreenMeetings tun lässt, listet das fiylo-Onlinemagazin #Platzpirsch auf: www.fiylo.de/blog/green-meetings-events/

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Alles Fake News? Bleibt doch in Eurer Blase der Ahnungslosen!

Um eines klarzustellen: Das Social Web ist ein großer Gewinn! Die Vielzahl der Möglichkeiten, sich ein Auditorium zu schaffen überwiegt eindeutig alle unangenehmen Begleiterscheinungen. Pluralität ist ein Zeichen unserer Zeit und muss auch bei Missgunst ausgehalten werden. Die moralische Grenze zwischen Meinungsfreiheit und Hassrede wird indes immer weiter nach außen gedrückt und bedarf mehr denn je gesellschaftlichen Konsens denn juristischer Diktion „von oben“.

Jedoch: Wer als Führungskraft Nachrichten als „Fake News“ – gar von der „Lügenpresse“ – kommentiert und von dannen zieht, beweist nur mangelnde Urteilskraft. Ein unschätzbarer Vorteil von Facebook & Co ist doch, den offenen Diskurs zu pflegen, eine Debatte mit Respekt und Wertschätzung auch Andersdenkender.

  • Bleibt doch in Eurer Blase der Ahnungslosen! 
  • Gebt Euch doch der Versuchung der vermeintlichen Glückseligkeit im Kreise von digitalen Ja-Sagern hin!
  • Nur glaubt bitte nicht, fürderhin Respekt als Führungskraft zu erhalten.

Ignoranz (Foto: Geralt)

Aus aktuellem Anlass ist denjenigen auch aus #Hotellerie und #Gastronomie, die sich – aus Bequemlichkeit, Feigheit oder Starrsinn? – dem Austausch zu entziehen versuchen, anheim zu geben: Bleibt doch in Eurer Blase der Ahnungslosen! Gebt Euch doch der Versuchung der vermeintlichen Glückseligkeit im Kreise von digitalen Ja-Sagern hin! Nur glaubt bitte nicht, fürderhin Respekt als Führungskraft zu erhalten. Denn Eure Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lesen sehr wohl mit, was Ihr an beschämenden Postings veröffentlicht habt. Und auch noch das: Nachträgliche Löschaktionen sind doppelt feige und beschämend. Erstens kommt alles heraus – und zweitens: Das kollektive Gedächtnis ist robuster als man denkt.

„Wer Lügenpresse ruft, weil ihm die Verhältnisse nicht passen, greift die Fundamente unseres Zusammenlebens an“, konstatierte nun Jo Lendle, Vordenker und Chef des renommierten Hanser-Verlags. Allzuoft könne man deutlich sehen, wie leicht demokratische Standards durch bloße Rhetorik in Frage gestellt werden können. „Viele hadern damit, die Veränderungen sind aber eine Tatsache“, bringt es Lendle auf den Punkt. Und gibt uns noch mit: „Die Digitalisierung favorisiert Kleinstinformationen und Zuspitzungen. Im Netz bekommt man Rückmeldungen vor allem, wenn man provoziert und ins Extrem geht. Ich schätze ja viele der neuen Kommunikationsformen, aber wir stellen fest, dass die Summe dieser Veränderungen die gesellschaftliche Mitte schwächt.“ Sic!

Vielleicht muss auch dies gesagt sein: Wer sich von seiner Newsblase der Wohlgefälligkeit allzuoft zu Hass und Häme hinreißen lässt, ist wohl nicht nur meinungsschwach, sondern auch charakterschwach.

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Es gilt das gesprochene Wort! Warum, #WTF, sind viele so unzuverlässig geworden?

Ein fester Blick, ein Handschlag und eine deutliche Zusage: So gehen gute Geschäfte! Aber eine enttäuschende Erkenntnis aus dem Business-Alltag ist: Bei immer mehr, auch angeblich renommierten Führungskräften gibt es das nicht mehr. Da werden klare Genehmigungen einfach zurückgezogen oder umgedeutet. So wie bei einem CEO einer Hotelkette, der mit seiner willfährigen Gutsherren-Art nur beweist, dass er (so) nicht führen kann.

Unzuverlässige Partner gibt es immer mehr, weil man sie machen lässt und einfach zuviele Ja-Sager und charakterschwache Wegducker die sachgerechte Auseinandersetzung, die meinungsbildende Debatte und die zielführende Lernkurve fürchten – und einfach nur einen möglichst komfortablen Lebensweg in Rosa-Wolken-Laissez-Faire ohne Konflikte beschreiten wollen.

Verantwortung & Treue (Foto: 28703/Pixabay)

Vieles ist viel zu leicht geworden: Terminzusagen kurzfristig ändern oder gar absagen, weil es halt so einfach ist per unpersönlicher Messenger-Kurzmitteilung. Konstruktive Kritik und Konzepte für Verbesserungen ignorieren, weil ja soviele eMails ungelesen im Postfach untergehen. Projekte mit gutgläubigen Partnern einfach abbrechen oder auf ewig hinausschieben, weil sich ja jeden Tag so unglaublich viele neue Chancen bieten.

Einer der zentralen #Werte18 muss wieder sein: Das gesprochene Wort gilt! Wer A sagt, muss auch B sagen. Wer etwas anfängt, muss es auch zu Ende bringen.

Messen Sie sich selbst und die Menschen, die Sie umgeben, daran!

Diejenigen die meinen, Gutdünken und Freundlichkeit anderer gezielt ausnutzen zu können – „Man es ja mal versuchen“ – brauchen klare Grenzen!

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Es gibt ein einfaches Wort, was Ihre Mitarbeiter wieder aufmuntert…

Klartext in Sachen Wert-Schätzung: „Unser wichtigstes Wort im Umgang mit Mitarbeitern heißt ‚Danke‘, diesen Grundsatz wende ich für alle an, egal ob sie in der Gastronomie oder bei uns im Außendienst tätig sind“, konstatiert Reinhold Würth. Der 83-jährige Erfolgsunternehmer – Würth-Gruppe: 76.000 Mitarbeiter, 13 Mrd. Euro Umsatz – ist ein Elder Statesmen der alten Schule, aber mit seinen mahnenden Worten topaktuell!

Seine nächste Botschaft im Gespräch mit der „AHGZ“: „Ich bin sehr hinter dem Wort Dienstleistung her: dienen und leisten – wenn beides zusammenkommt, dann folgt die Anerkennung von ganz alleine.“ Sic!

Bitte, Danke, Leistung und Leidenschaft – das ist die richtige Mischung für den sog. kooperativen Führungsstil, der heutzutage angesagt ist! Starre Hierachien, Chef-Gehabe und herzloses Herumkommandieren kommt nicht mehr an – gefragt sind:

  • Mitarbeiter auf Augenhöhe behandeln, sie stets aufs Neue überzeugen und motivieren
  • Agiles Arbeitsumfeld mit echter Lern- und Fehlerkultur: „Win or learn“
  • Hierarchien abbauen

Danke Thank You (Photo: Public Domain Pictures/Pixabay)

Mehr über das Arbeitsmodell der Zukunft ist in diesem n-tv Beitrag zu lesen: mobil.n-tv.de/ratgeber/Das-Modell-der-Zukunft-article20592617.html

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WerteEvent 2017 | Das Video vom Event für ehrbare Veranstaltungskaufleute

Das WerteEvent 2017 war spannend, interessant und vor allem WERTVOLL.

Warum? – Erfahren Sie in unserem EventRecap. Tausend Dank an die Jungs von loris.tv, für eure großartige Unterstützung rund um das WerteEvent.

 

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Fünf Fragen an Markus F. Weidner – ein Gespräch mit dem Gründer der Qnigge Akademie – Freude an Qualität #WertePionier

Markus F. Weidner ist Unternehmer, Autor und inspirierender Vortragsredner. Als Restaurantfachmann hat er Service von der Pike auf gelernt und in seiner internationalen Hotelkarriere als Führungskraft stets gelebt und unter Beweis gestellt. Mit Leidenschaft für Sprache, dem Gespür für Menschen und Organisation baute er ein internationales Schulungsunternehmen auf, das sich zum Marktführer für die Hotellerie entwickelt hat. Heute zählen führende Top-Hotels, Veranstaltungszentren, Kliniken, Banken und Hidden Champions aus  Industrie, Tourismus und Dienstleistung zu seinen Kunden.  Sein Credo: „Servicequalität ist das Ergebnis von Führungsqualität! Führungskräfte müssen in ihrem Selbst- und Rollenverständnis sowohl die Anforderungen ihrer Kunden, wie auch die ihrer Mitarbeiter im Blick haben, und dürfen sich selbst dabei nicht vergessen.“ Er ist Befürworter von Werteorientierung, klaren Regeln im Service, sowie transparenter und wertschätzender Führungskultur. Mit seinen Vorträgen und Büchern „Gut ist nicht genug – Das Qnigge Prinzip oder warum Service klare Regeln braucht“ und „Anerkennung und Wertschätzung – Futter für die Seele und Treibstoff für Erfolg“ gibt der Experte für Führungsqualität und Service wertvolle Impulse für Excellence. Markus F. Weidner stand uns für ein Gespräch zur Verfügung.

 

Frage: Sie haben sich ja in Ihrem Buch „Gut ist nicht gut genug“ mit dem Problem beschäftigt, dass unserer Gesellschaft nicht überleben kann, wenn sie sich nicht den Werten verpflichtet fühlt, insofern ist es ja nicht weiter verwunderlich, dass Sie sich zum Postulat des Wertekodex hingezogen fühlen. Trotzdem erlauben Sie die Frage, wie ist es zum Kontakt zu Bernd Fritzges gekommen?

Markus F. Weidner: Nach 15 Jahren Karriere in der Veranstaltungshotellerie arbeite ich nun seit mehr als 20 Jahren in der Beratung und Weiterbildung für Hotels, Veranstaltungszentren und die MICE-Branche. Bernd Fritzges war zu seiner Zeit bei Intergerma auch im Verband MPI (Meeting Planner Professional) aktiv und über eine gemeinsame Vorstandstätigkeit haben wir uns kennen und schätzen gelernt. Seine Idee, das Thema Werte in einem eigenen Veranstaltungsformat aufzugreifen hat mir von Anbeginn gefallen. So hatten wir auch mein Projekt, den Qnigge® Spendentriathlon, zugunsten von „RTL – Wir helfen Kindern“ in den Jahren 2013-2015 der Werteveranstaltung gewidmet. Ich habe auf der Werte-Bühne öffentlich formuliert, dass ich mich auf den IRONMAN in Frankfurt vorbereite. Mein Versprechen war eine Spende für jeden Trainingskilometer, den ich geschwommen, gelaufen oder Rad gefahren bin. So haben wir am Ende mehr als 15.000 Euro an Spenden für die gute Sache zusammengetragen und dieses Projekt hat uns natürlich auch verbunden. Das weitere Engagement von Bernd Fritzges, auch nach der Zeit von Intergerma, habe ich immer gerne unterstützt, weil wir im privaten, wie im geschäftlichen Umfeld gut beraten sind, Klarheit über unser persönliches und auch geschäftliches Wertegerüst zu haben. Richtig verstanden gibt es Halt, Orientierung und Sicherheit.

Frage: Wenn wir den Wertekodex betrachten ist „Mut“ ein Aspekt, den wir mit Mut angehen sollten. Wenn Sie ihn im Zusammenspiel mit Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Mitbewerbern sehen, wo denken Sie ist er am schwierigsten zu verwirklichen?

Markus F. Weidner: Unter Mut verstehe ich die Bereitschaft, sich auf etwas einzulassen, dessen Verlauf und Ende vielleicht noch nicht gewiss ist. Wer heute im Geschäftsleben aktiv ist, der ist ständig Risiken ausgesetzt. Jede Veranstaltung hat ein Risikopotenzial und das gilt es richtig einzuschätzen. Mut ist eine Haltung, etwas Neues zu suchen, Innovation voranzutreiben und auch Scheitern einzukalkulieren, ja sogar in Kauf zu nehmen, um zu lernen. Wer mutig ist, der ist kein kopfloser Draufgänger, im Gegenteil, der Mutige wägt die Chancen gegenüber den Risiken ab. Daher ist es notwendig, dass wir in jeder Beziehung, sei es gegenüber Mitarbeitern, Kunden oder auch Lieferanten und Mitbewerbern mutig sind. Es fällt mir schwer zu sagen, wo mutig sein am Schwierigsten ist, um auf ihre Frage zurück zu kommen. Trotzdem will ich es probieren: Es kann sehr mutig sein, einem jungen Mitarbeiter ein großes Projekt anzuvertrauen. Ebenso einem Kunden die Zusage zu geben, dass beim Ersteinsatz der neuesten Technik alles funktionieren wird. Manchmal braucht es auch den Mut, alte Lieferantenbeziehungen zugunsten von Innovation aufzulösen oder gegenüber einem vermeintlich übermächtigen Wettbewerber in den Pitch zu gehen. Wichtig ist, dass wir Chancen und Risiken in all unseren Geschäftsentscheidungen abwägen und das Ergebnis unseres Handelns vertreten, selbst wenn wir mal daneben liegen oder gar scheitern.

Frage: Respekt ist etwas, was gefordert wird und was eigentlich zu erwarten ist. Wie gehen Sie vor, wenn er Ihnen einmal versagt wird?

Markus F. Weidner: Meine persönliche Grundhaltung ist, dass jedes Verhalten, das uns ein Gegenüber anbietet, aus seiner Sicht zunächst nachvollziehbar und gerechtfertig ist, selbst wenn ich dieses Verhalten selbst nicht für angemessen halte. Damit bemühe ich mich immer, eine Haltung von Respekt zu wahren und auf den anderen mit Wohlwollen zu blicken. „Respicere“, der lateinische Wortursprung von unserem heutigen Wort „Respekt“, bedeutet „zurückschauen“, also auf den anderen einen Blick werfen, ihn würdigen. Vielleicht ist meinem Gesprächspartner gar nicht bewusst, dass er sich mir gegenüber respektlos verhält, weil sein Blick auf die Welt einfach ein anderer ist. Gerade im interkulturellen Umgang kann es schnell zu der Wahrnehmung einer vermeintlichen Respektlosigkeit kommen, getreu dem Sprichwort: „Andere Länder, andere Sitten“. Wir neigen allzu oft zu einer vorschnellen Vorverurteilung, obwohl wir vielleicht nicht alle Fakten kennen, die unser Gegenüber zu seinem Verhalten veranlasst. Für mich geht es darum, wie wir uns selbst führen, selbst wenn uns Respekt gegenüber der eigenen Person versagt bleibt. Wir können uns darüber aufregen, müssen es jedoch nicht. Und was immer hilft, das ist Reden. Ich halte es für wichtig, dass wir im Dialog mit denen sind, deren Respekt wir uns wünschen und vielleicht noch vermissen.

Frage: Weitsicht wird gefordert, weil es in der Natur der Sache liegt, sich zunächst einmal mit dem Naheliegenden zu beschäftigen, weil damit elementare Bedürfnisse zu befriedigen sind. Aber für ein Unternehmen ist die Perspektive wichtig. Können Sie einmal schildern, wie sich in einer krisenhaften Situation herausstellte, wie intuitiv entwickelte Weitsicht über kurzfristiges Profitdenken triumphierte?

Markus F. Weidner: Ich erinnere mich an eine Verhandlung mit einem großen potenziellen Auftraggeber. Die Konditionen waren bereits mehrfach diskutiert. Ich habe alle Aufwände erläutert und dargelegt und auch klar gemacht, dass es für mich keine weiteren Verhandlungsspielräume gäbe. Am Ende hat es dazu geführt, dass eine Veranstaltungsreihe in 6-stelliger Größenordnung geplatzt ist. Auf der Heimfahrt nach dem Gespräch habe ich mir die Frage gestellt, ob es richtig war, meinen Werten, meiner Haltung, treu zu bleiben. „Hätte ich nicht doch noch etwas nachgeben sollen?“ Mit dieser Frage habe ich lange gehadert, hätte es doch für das Unternehmen zwei Jahre im Voraus trotz reduzierter Marge volle Auftragsbücher bedeutet. Kurzfristig gedacht wäre es tatsächlich einfacher gewesen, klein bei zu geben und das Geschäft auch gegen meine eigene Überzeugung und mit einem Bauchschmerz zu realisieren. Heute allerdings weiß ich, wie wertvoll es war, der eigenen Linie treu zu bleiben und für Kunden frei zu sein, mit denen ich auf Augenhöhe und im gleichen Wertekanon arbeiten kann. Inzwischen bin ich sehr dankbar für diese Erfahrung.

Frage: Ehrlichkeit steht an der Spitze der Werteskala. Denken Sie, das dies Zufall ist oder meinen Sie das dies seine Ordnung hat und damit ausgedrückt wird, dass diese Eigenschaft auch Grundlage für alle anderen Werte ist?

Markus F. Weidner: Ehrlichkeit steht zu Recht ganz oben auf der Skala. Allerdings wird der Begriff immer wieder falsch verstanden. Unter Ehrlichkeit verstehe ich nicht, dass ich alles sage, poste, blogge, was mir gerade so auf der Seele brennt. Es ist nicht notwendig, dass ich eine Person durch ein zwar ehrliches, doch nicht zielführendes Feedback vielleicht sogar verletze oder gar beleidige. Selbst wenn es ehrlich ist, muss es nicht unbedingt wertvoll sein. Ehrlichkeit bedeutet für mich, dass sich Menschen auf mein Wort, eine Aussage, eine Information verlassen können. Durch Ehrlichkeit können verlässliche Beziehungen geschaffen werden, die dann auch mal schwere Zeiten schadlos überdauern. In unserem Buch „Anerkennung und Wertschätzung – Futter für die Seele und Treibstoff für Erfolg“ habe ich speziell zum Thema Feedback im positiven, wie auch im kritischen umfassend geschrieben. Gerne möchte ich darauf verweisen.

Frage: Gelegentlich heißt es, Werte seien Luxus und das Streben, ein ordentlicher Kaufmann zu sein, halte den Realitäten nicht stand, was ist zu tun, um diesen Tendenzen Einhalt zu gebieten?

Markus Weidner: Wenn wir über Luxus sprechen, stellt sich zunächst die Frage, wie wir Luxus definieren. Wenn ich mir einen Satz aus Wikipedia zu eigen machen darf, dann beschreibt sich Luxus unter anderem wie folgt. Zitat: „Luxus fasst […] Phänomene zusammen, die für einen großen Teil der Bezugsgruppe als erstrebenswert gelten.“ Demnach ist es für einen werteorientierten Menschen erstrebenswert, seine persönlichen Werte erfüllt zu wissen. Daher werden sich auch im Geschäftsleben die Menschen finden, die ein gemeinschaftliches Werteset nicht nur beschreiben, sondern durch ihr Handeln danach spürbar und erlebbar machen. Und genau das ist auch das Komplizierte. Werte sind etwas Immaterielles. Ich kann den Wert „Respekt“ nicht in eine Schublade legen, so wie ich das mit einem Hammer machen kann. Ich kann diesen Wert nur durch konkretes Handeln für mein Gegenüber spürbar machen. Ein Mitarbeiter merkt sehr schnell, ob die Werte, die in der Hochglanzbroschüre abgedruckt sind, wahrhaftig gewollt und gelebt sind. Als Lieferant merke ich sehr schnell, ob es wahr ist, dass man mir als Lieferant auf Augenhöhe partnerschaftlich begegnen möchte. Ich weiß, dass es Unternehmen gibt, deren Werte auch in der Realität Bestand haben und genauso wird man Beispiele finden, die das Gegenteil erkennen lassen und beide sind wirtschaftlich erfolgreich. Dennoch ist mein Rat, dass sich jeder an die Menschen, Unternehmen und Partner hält, deren Werte auf einer Ebene liegen. Und so verstehe ich auch die Werte-Initiative von Bernd Fritzges, dass sich zum Werte-Event die Menschen treffen und austauschen, denen der Werte-Kodex für die Veranstaltungsindustrie Leitschnur sein mag.


Ein Interview von Philipp Maas.

Mehr Informationen zu unserem #WertePionier, Herrn Markus F. Weidner und seinem Buch finden Sie hier.

 

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Zurück in die Zukunft! – Warum die Veranstaltungsindustrie werteorientierte Einkäufer braucht

 

Im April 2013 erschien im „Verlag Wissenschaft & Praxis“ das Buch „Werte 2.0: Beiträge zu einer Werte-Orientierung in der Veranstaltungswirtschaft (Messe-, Kongress- und Eventmanagement)“. Als Initiator und Veranstalter des WerteEvents war sich Bernd Fritzges schon damals sicher, dass die Veranstaltungsbranche einem Werteverfall unterliegt und schrieb einen entsprechenden Artikel für das Buch, welches durch Herrn Professor Stefan Luppold herausgegeben wurde. Besonders wichtig war es ihm, in seinem Artikel auf den fairen Einkauf von Veranstaltungsdienstleistungen hinzuweisen. Dieses Thema ist heute aktueller denn je. Daher ist es an der Zeit, sich also noch einmal intensiver mit dem Artikel zu beschäftigen und die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre Revue passieren zu lassen.

Dank der Werteevents ist eine deutliche Veränderung hin zu einem wertvolleren Miteinander zu erleben. Gemeinsam mit unseren Partnern blicken wir der Zukunft der Eventbranche erwartungsvoll entgegen.

 

Zurück in die Zukunft 

Warum die Veranstaltungsindustrie werteorientierte Einkäufer braucht

 

In den letzten Jahren hat die Sensibilität und Berücksichtigung der unternehmirischen
Gesellschaftsverantwortung (Corporate Social Resbonsibility) in allen Bereichen stark zugenommen. Eine logische Konsequenz, da immer mehr Unternehmen ihre selbst auferlegten CSR-Richtlinien transparent zugänglich machen oder inzwischen als zusätzliches Marketinginstrument einsetzen. Daher sollte man als Veranstaltungsplaner davon überzeugt sein, dass gerade Tagungen und Events hervorragende Möglichkeiten bieten, um diese positive Grundeinstellung eines Unternehmens zu transportieren. Nur leider sieht die Realität anders aus, da vor der Organisation, Durchführung und Nachbereitung von Veranstaltungen der strategische Einkauf steht.

Blicken wir kurz zurück, wie es in der Vergangenheit unserer noch sehr jungen Branche aussah. Die Beauftragung von Veranstaltungsdienstleistern in Unternehmen oblag einem eher semiprofessionellen Planer, der keine Standards kannte und intransparent vorging. Das Internet gab es noch nicht bzw. wurde noch nicht genutzt, alle Prozesse liefen daher offline ab. Veranstaltungen waren weniger komplex und der Planer war verantwortlich für den Einkauf und die Organisation. Um das Jahr 2000 kam es zu vielen Veränderungen. So schaltete sich verstärkt die Einkaufsabteilung ein und entzog dem Planer die vollständige Selbstständigkeit. Man versuchte mit Unterstützung von neuen webbasierten Tools Struktur und Transparenz in die Prozesse zu bekommen und die auch heute bekannten Schlagwörter wie Steuerung, Volumenbündelung, Prozess- und Kostenoptimierung bestimmten das Geschehen. Es wurde versucht Richtlinien und Standards einzuführen und es entwickelten sich Berufsbilder an Fachhochschulen für den Eventbereich sowie der Lehrberuf des Veranstaltungskaumanns/frau.

Inzwischen sind unzählige Publikationen vorhanden, wie der strategische Veranstaltungseinkäufer vorzugehen hat und vieles davon ist zwingend notwendig. Die Forderung nach Veranstaltungsrichtlinien, die Überlegung „Make or Buy“ und die Überprüfung der bereits benannten Möglichkeiten zur Kosten- und Prozessoptimierung gehören sicherlich inzwischen zur Grundausstattung eines Einkäufers. Dies hat jedoch auch zur Folge, dass für die Beauftragung von Leistungsträgern umfangreiche Leistungsverzeichnisse erstellt werden, die oftmals die wichtigsten Bestandteile einer professionellen Veranstaltungsorganisation nicht berücksichtigen. Tagungen, Seminare, Kongresse und Events leben von der Erfüllung der Erwartungshaltung der Teilnehmer und dem Erreichen der Zielsetzung des Veranstalters. Hierbei steht immer der Mensch im Mittelpunkt des Geschehens und somit müssen viele emotionale Kriterien in den Vordergrund gerückt werden.

Schon bei dem Versuch einem Einkäufer zu erläutern, dass zum Beispiel die Buchung eines Fluges nicht mit der Buchung eines Tagungshotels oder einer Eventlocation verglichen werden kann, stößt meistens auf Unverständnis. Dabei ist es in diesem Beispiel doch schon offensichtlich, dass je nach Veranstaltungsart man auch die weichen Faktoren wie Design, Atmosphäre, Servicebereitschaft und -qualität des auszuwählenden Hauses einfließen lassen muss. Ob der Teilnehmer in einer Boeing oder in einer Airbus Maschine sitzt, wird im Gegensatz dazu eher kaum einen Einfluss für ihn nehmen.
Das Fehlerpotential wird ebenfalls beim Einkauf von Veranstaltungsleistungen dadurch erhöht, dass eine lückenlose Kommunikation mit einer größeren Anzahl von Leistungsträgern hergestellt werden muss. Dies funktioniert nur mit persönlicher Betreuung, vorhandener Markt- und Veranstaltungskompetenz, permanenter Überprüfung der Qualität und für die Konzeptentwicklung ein hohes Maß an Kreativität. Und hierbei kommen wir an die Grenzen der Leistungsverzeichnisse. Aus eigener Erfahrung kann ich davon berichten, dass jüngst im Zuge einer Ausschreibung ein Unternehmen eine Quotierung von „8 Stück Kreativkonzept“ gefordert hat ohne die Möglichkeit mit der operativen Seite im Unternehmen Rücksprache zu nehmen. Auch die Qualität der Kompetenz und Servicebereitschaft ist nur schwer tabellarisch abbildbar. Nun muss man konstatieren, dass der Einkäufer im Unternehmen in den meisten Fällen nicht nur Eventleistungen einkauft, sondern ebenfalls auch klar definierbare Produkte wie Schrauben, Baustoffe, Maschinen und vieles mehr.

Nichts desto trotz hat sich diese Vorgehensweise in unserer Branche etabliert und viele Dienstleister im MICE-Markt sehen sich einem allgemeinen „Pitch-Wahnsinn“ ausgeliefert, da Einkäufer in erster Linie an der Erreichung von Savings und Kosteneinsparungen gemessen werden. Auch in diesem Zusammenhang wundert es einen nicht, dass etablierte Veranstaltungseinkäufer von Unternehmen im Zuge eines Kongressvortrages ihren Kollegen raten, für eine Ausschreibung mindestens zehn Agenturen ins Boot zu nehmen – ohne Honorar versteht sich.

Was ist eigentlich aus den guten alten Werten wie Vertrauen, Ehrlichkeit und Partnerschaftlichkeit geworden? Warum agieren wir nur noch anonym miteinander ohne die Möglichkeit eines persönlichen Wortes. Nun, dies liegt leider auch in dem Fehlverhalten der Leistungsträger in den letzten Jahren. Provisions- und Aufschalgsmodelle in der Branche haben dafür gesorgt, dass man über Jahre versteckte Kosten den Unternehmen nicht transparent zugänglich gemacht hat, was nicht mehr vereinbar mit den heutigen Anforderungen ist. Solche Angebote führten dazu, dass teilweise für die vollständige Durchführung von Veranstaltungen Agenturen am Ende über Kick-Back Vereinbarungen  dem Bucher Geld dafür bezahlten, dass man professionell für ihn tätig geworden ist. Ein absurdes Vorgehen, was zur Konsequenz  hat, dass Leistungsträger nach wie vor kein Selbstbewusstsein mehr besitzen, den Wert ihrer Leistungen zu argumentieren. Stattdessen arrangiert man sich mit dem Status Quo, denn beim nächsten Mal hat man vielleicht Glück, den Pitch zu gewinnen.

Bezugnehmend auf die eingehend genannte unternehmerische Verantwortung sollten wir diesen Prozess gemeinsam hinterfragen. CSR-Modelle von Unternehmen beinhalten neben Formulierungen zur ökonomischen und gesetzlichen, ebenfalls Angaben zur ethischen und philanthropischen Verantwortung. Oftmals beinhaltet dies die Beschreibung des fairen Umgangs mit Mitarbeitern und Dienstleistern sowie das gesellschaftliche Engagement über die allgemeine Erwartungshaltung hinaus. Unternehmen überprüfen im vorgelagerten Matrixverfahren, ob die eigenen Unternehmenswerte, mit denen am Pitch beteiligten Unternehmen übereinstimmen. Merkwürdig jedoch nur, dass im Prozess der Quotierung, dies oftmals keine Rolle mehr spielt. Fragen wir beispielsweise Vertreter von Leistungsträgern, so wird uns berichtet, dass eine Vielzahl von Angaben hinsichtlich der ökologischen Nachhaltigkeit gefordert werden, jedoch in der Preisverhandlung keine Berücksichtigung mehr finden. Dabei wäre es doch in diesem Prozess so einfach, der selbst auferlegten ökologischen Verantwortung gerecht zu werden. Auch stellt sich die Frage, ob die Selbstverständlichkeit der Forderungen  nach Vorleistungen im Zuge des Pitch vereinbar ist mit der Bezeichnung „fairer Umgang“.
Darüber hinaus sollte jedem Einkäufer bewusst werden, dass die Einbindung von Dienstleistern auch die Effizienz der Fachabteilungen im Unternehmen erhöht und nicht nur an den abgegeben Zahlen im Angebot dargestellt werden kann. Eine Messbarkeit der benötigten weichen Faktoren ist nach wie vor schwer abbildbar.

Nur wie sollen beide Seiten mit diesem Dilemma umgehen?

Erste Entwicklungen in den Unternehmen zeigen, dass man verstanden hat, dass die Beauftragung  von Leistungsträgern nicht ausschließlich in der Verantwortung des Einkaufes liegen kann. Zunehmend werden die operativen Mitarbeiter im Unternehmen in den Ausschreibungsprozess eingebunden und ihre Empfehlungen berücksichtigt. Dies ist sicherlich ein erster guter Ansatz, um Entscheidungsprozesse zu hinterfragen und zu bewerten.

Darüber hinaus sollten wir wegkommen von der projektbezogenen Pitch-Kultur, sondern auf bevorzugte Leistungsträger oder Rahmenvertragspartner steuern. Die Auswahl dieser Partner muss  im Einklang stehen, mit den selbst auferlegten Unternehmenswerten. Dies wird man jedoch nicht ausschließlich über eine tabellarische Abfrage einschätzen können. Wir sollten uns klar darüber werden, dass im Veranstaltungssektor immer der Mensch im Vordergrund steht, daher  muss man auch bei den Leistungsträgern auf verlässliche Partner des Vertrauens zurückgreifen können.

Wenn wir es schaffen in einem ehrlichen und offenen Umgang miteinander basierend auf der eigenen Werteorientierung zusammenzuarbeiten, dann werden die Ergebnisse dieser Arbeit von Erfolg gekrönt sein. Dazu benötigen wir jedoch auch eine Rückbesinnung und Wertschätzung auf Vorgehensweisen, die uns in der digitalen Welt manchmal verloren gehen. Neue Prozesse und Tools sollten nicht ihrer selbst wegen eingeführt werden, sondern nur dort wo sie sinnvoll sind und zu einer wirklichen Verbesserung führen.

Bei genauer Überlegung, was uns gemeinsam zum Erfolg von professionellen und hochwertigen Veranstaltungen führt, werden wir feststellen, dass Handlungen basierend auf der Übertragungslinie von Werten bisher einen guten Dienst erwiesen haben. Daher lassen Sie uns auch in der Zukunft diese Qualitäten mitnehmen – die Branche wird es uns danken.

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